Wirtschaft

US-Staatsanleihen abgestoßenAuch schwedischer Pensionsfonds zieht "Sell America" durch

21.01.2026, 15:31 Uhr
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Einem Zeitungsbericht zufolge soll das Verkaufsvolumen im Milliarden-Dollar-Bereich liegen. (Foto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/BilderBox)

Etwa seit der Amtsübernahme von Donald Trump als US-Präsident verkauft ein schwedischer Pensionsfonds in mehreren Runden und offenbar in großem Stil US-Staatsanleihen. Der Investmentchef führt mehrere Gründe an.

Nach einem dänischen Pensionsfonds hat nun auch ein schwedischer Vermögensverwalter den Verkauf von US-Staatsanleihen verkündet. Der Pensionsfonds Alecta begründete dies mit großen politischen Risiken in den Vereinigten Staaten. "Wir haben seit Anfang 2025 unsere Bestände an US-Staatsanleihen in mehreren Runden reduziert, und diese Reduzierungen machen den größten Teil unserer Bestände aus", sagte Investmentchef Pablo Bernengo der Nachrichtenagentur Reuters. US-Präsident Donald Trump ist seit genau einem Jahr im Amt.

Bernengo lehnte es allerdings ab, den genauen Betrag der Verkäufe zu nennen. Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" (DI) berichtete unter Berufung auf das Unternehmen von einem Volumen von 70 bis 80 Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet 7,7 bis 8,8 Milliarden Dollar). Die Abkehr von den US-Papieren sei eine Folge der "geringeren Vorhersehbarkeit der verfolgten Politik in Kombination mit großen Haushaltsdefiziten und einer wachsenden Staatsverschuldung", betonte Bernengo.

Der Schritt folgt auf eine ähnliche Entscheidung eines dänischen Fonds und deutet auf eine wachsende Nervosität unter nordischen Großinvestoren hin. Am Dienstag hatte der dänische Pensionsfonds AkademikerPension angekündigt, sich bis Ende des Monats von seinen US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar zu trennen. Dieser begründete den Schritt mit den US-Staatsfinanzen. Die Entscheidungen der beiden Pensionsfonds fallen in eine Zeit erhöhter politischer Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten, unter anderem im Streit um Grönland. Dies befeuert an den Märkten die Rede vom "Sell America"-Handel, bei dem sich Investoren aus US-Anlagen zurückziehen.

US-Finanzminister Scott Bessent hält Sorgen vor einem Ausverkauf von US-Staatsanleihen nach dem angekündigten Ausstieg eines dänischen Pensionsfonds für unbegründet. "Die Investitionen Dänemarks in US-Staatsanleihen sind, wie Dänemark selbst, irrelevant", sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die dänischen Investitionen seien gering. "Ich bin überhaupt nicht besorgt", fügte er hinzu. "Als Finanzminister sehe ich ja unsere Auktionen von Staatsanleihen. Wir verzeichnen ausländische Investitionen in Rekordhöhe."

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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