Wirtschaft

Keine Kündigungen bis 2029 Audi streicht Tausende Stellen in Deutschland

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Bei Audi fallen Tausende Stellen weg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autohersteller Audi hat seit Bekanntwerden des Dieselskandals zu kämpfen. Der Absatz ist gesunken. Die deutschen Werke sind nicht ausgelastet. Nun haben sich Konzern und Betriebsrat auf ein Sanierungsprogramm geeinigt.

Audi setzt bei der Belegschaft in Deutschland den Rotstift an. In den kommenden Jahren fallen dadurch Tausende Stellen weg. Insgesamt würden bis 2025 rund 9500 Arbeitsplätze in den deutschen Werken wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Zugleich sollen an anderer Stelle aber 2000 neue Jobs entstehen vor allem "in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung". Unter dem Strich beläuft sich die Zahl der wegfallenden Stellen damit auf 7500.

Auf das Sparprogramm haben sich den Angaben zufolge die Volkswagen-Tochter und der Betriebsrat geeinigt. Demnach wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Vielmehr soll der Stellenabbau durch natürliche Fluktuation sowie Vorruhestandsregelungen umgesetzt werden. Die Beschäftigungsgarantie für die verbleibenden Audi-Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm wird bis 2029 verlängert.

Für die rund 61.000 Audi-Mitarbeiter in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm galt bisher eine Beschäftigungsgarantie bis 2025. In Neckarsulm werden aktuell vor allem die Audi-Modelle A4 bis A8 und R8 gebaut.

Dieses Jahr werde das dritte in Folge mit weniger als 200.000 gebauten Autos sein, sagte der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz kürzlich. Die Kapazität beträgt jährlich 300.000. Verringern sich die Stückzahlen, steigen in der Regel die Produktionskosten.

Dieselskandal belastet Konzern weiter

Audi hatte erst vor gut einer Woche mit dem früheren BMW-Manager Markus Duesmann einen neuen Chef bekommen. Die VW-Tochter ist seit der Aufdeckung des Dieselskandals 2015 auf Talfahrt und deutlich hinter die Konkurrenten Daimler und BMW zurückgefallen. Der Skandal kostete Milliarden und band Kapazitäten. Sechs Entwicklungschefs hatte Audi in den vergangenen sieben Jahren, die Autos verkaufen sich immer schlechter. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm sind wenig ausgelastet. Duesmann soll Audi wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen.

Zusammen mit seiner Berufung an die Audi-Spitze war Duesmann auch in den Vorstand der Konzernmutter Volkswagen eingezogen. Dort ist er für Forschung und Entwicklung zuständig

Quelle: ntv.de, jwu/dpa