Wirtschaft

Rückgang des ZEW-Index Aufschwung mit kleinen Wacklern

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Die Konjunkturlage beurteilen Experten inzwischen wieder wie vor der Pandemie.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die deutsche Wirtschaft kommt langsam wieder in Fahrt - doch von Durchstarten kann noch keine Rede sein. Dennoch erwarten Experten deutliches Wachstum in den kommenden Monaten. Nach den Aufholeffekten wird die Konjunktur dann wohl wieder auf Normalmaß einschwenken.

Trotz einzelner Rückschläge bei Konjunktur-Daten stehen die Zeichen für die deutsche Wirtschaft klar auf Aufschwung. Allerdings gibt es noch kleinere Wackler, da etwa Engpässe bei Halbleitern, Bauholz und anderen Vorprodukten die Industrie von höherer Produktion abhalten. So sank der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate zwar überraschend um 4,6 auf 79,8 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 187 Analysten und Anlegern mitteilte. Die Konjunkturlage werde aber von den Börsenprofis inzwischen beurteilt wie vor der Corona-Pandemie im August 2019.

"Die wirtschaftliche Erholung schreitet voran", betonte ZEW-Präsident Achim Wambach. Der ZEW-Index sei weiter auf sehr hohem Niveau. "Der Rückgang der Erwartungen dürfte größtenteils auf die erheblich bessere Beurteilung der Wirtschaftslage zurückzuführen sein, die inzwischen auf Vorkrisenniveau gestiegen ist", bilanzierte Wambach. Die Finanzmarktexperten rechneten für das nächste halbe Jahr weiter mit einer kräftigen Erholung.

"Wenn alle Konjunkturampeln auf Grün stehen, kann es nicht noch grüner werden", sagte auch Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Mit Ende der Nachholeffekte werde die Konjunktur schrittweise zum Normalmaß zurückkehren. "Dies heißt nun nicht, dass der Aufschwung vorbei ist, doch die Wachstumsraten werden kleiner."

Rohstoffknappheit bremst Unternehmen

Trotz prall gefüllter Auftragsbücher kommt die Produktion nicht so richtig in Gang. Wegen Engpässen bei Vorprodukten wie Chips und Holz stellten Industrie, Bau und Energieversorger im April ein Prozent weniger her als im März, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet, nach plus 2,2 Prozent im Vormonat. "Das ist angesichts des hohen Auftragsbestandes schon eine leichte Enttäuschung", sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch.

Derweil bleibt die von Pessimisten erwartete Pleitewelle im Zuge der Corona-Krise bislang aus. Im Mai seien 682 Personen- und Kapitalgesellschaften als insolvent gemeldet, erklärte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Das seien elf Prozent weniger als im Vormonat und sogar 30 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Eine Insolvenzwelle sei auch für die nächste Zeit nicht zu erwarten.

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Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal wegen der Corona-Beschränkungen um 1,8 Prozent gefallen. Ab dem Frühjahr dürfte Europas größte Volkswirtschaft wieder deutlich wachsen, da wegen sinkender Neuinfektionen weitere Lockerungen in Aussicht stehen. Im Gesamtjahr könnte es laut Bundesregierung zu einem Wachstum von 3,5 Prozent reichen.

Die Wirtschaft in der Eurozone schrumpfte zum Jahresanfang um 0,3 Prozent und damit nur halb so kräftig wie bisher mit minus 0,6 Prozent gedacht. Auch wenn es damit konjunkturell besser lief, steckte der Währungsraum in der Rezession. Denn die Wirtschaft war Ende 2020 bereits um 0,6 Prozent eingebrochen. Ökonomen gehen aber davon aus, dass weniger Corona-Fälle, mehr Lockerungen und Erfolge beim Impfen für eine Erholung sorgen. "Wir sehen nun einen soliden BIP-Anstieg im zweiten Quartal, der die Grundlage für ein starkes Wachstum im zweiten Halbjahr bringt", sagte Maddalena Martini von Oxford Economics.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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