US-Anleger schichten um Ausverkauf bei Chip-Werten dauert an

Fallende Ölpreise lassen die Kauflaune der US-Anleger wachsen. Davon profitieren aber nicht alle Branchen. Konsumgüterhersteller wie Coca-Cola können deutliche Sprünge machen. Halbleiterwerte geraten dagegen unter Druck.
Vor den mit Spannung erwarteten Bilanzen der großen Technologiekonzerne und dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed haben die US-Börsen am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss ein Prozent höher auf 52.747 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,2 Prozent auf 7429 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,2 Prozent auf 24.877 Punkte.
Halbleiterwerte gerieten unter Druck und der Branchenindex gab um 4,5 Prozent nach. Hintergrund sind die anhaltenden Sorgen um die Zukunft der Branche. Zum einen gibt es die Angst vor neuen Wettbewerbern, befeuert durch den Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers Changxin Memory Technologies in dieser Woche in Schanghai. Zum anderen wachsen die Befürchtungen wegen der hohen Kosten für Rechenzentren. Statt aus Barmitteln finanzieren Tech-Riesen wie Meta und Alphabet den Bau inzwischen aus Aktien- und Anleiheemissionen.
Apple zeitweise auf Rekordhoch
Anleger griffen lieber bei defensiveren Titeln zu. Die Sektoren für Gesundheit, Basiskonsumgüter und Grundstoffe verzeichneten deutliche Gewinne. "Ein Teil der Umschichtung in diese Nicht-Tech-Werte ist auf die günstige Bewertung zurückzuführen", sagte Ross Mayfield, Anlagestratege bei Baird. Das Bruttoinlandsprodukt sei solide, der Arbeitsmarkt laufe weiter rund und es gebe viele Anzeichen dafür, dass die Verbraucherausgaben wieder anzögen.
Gefragt war unter anderem Coca-Cola mit einem Plus von fünf Prozent nach einer angehobenen Jahresprognose. Auch Boeing legte um 4,8 Prozent zu. Der Flugzeugbauer hatte einen positiven freien Cashflow erzielt, was den Sanierungsplänen Auftrieb gab.
Apple stiegen um knapp ein Prozent auf 340,08 Dollar. Im Handelsverlauf hatte der iPhone-Hersteller zeitweise einen Börsenwert von fünf Billionen Dollar erreicht - ein Novum in der Unternehmensgeschichte.
Im Fokus der Investoren steht nun die US-Notenbank Fed, die am Mittwoch über ihren weiteren geldpolitischen Kurs entscheidet. Händlern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit bei 71 Prozent, dass die Zinsen unverändert bleiben. Eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 29 Prozent eingepreist. Höhere Zinsen könnten KI-Unternehmen, die zunehmend auf Fremdfinanzierung angewiesen sind, weiter belasten.
Für etwas Entspannung sorgten derweil die Ölpreise: Die Nordseesorte Brent fiel um 4,8 Prozent auf 84,09 Dollar je Barrel. Hintergrund waren Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten und in der Ukraine.
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