Der Börsen-Tag
28. Juli 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Diana Dittmer
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08:40 Uhr

Gewinnmitnahmen bei Kupfer

Der Kupferpreis gibt wegen Gewinnmitnahmen nach. Zum Wochenstart hatte das Basismetall noch zugelegt, da eine Unterbrechung der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise gedrückt und die Inflations- und Wachstumssorgen gemildert hatte. Obwohl der Kupferpreis von 14.000 US-Dollar je Tonne zurückgekommen sei, werde er weiterhin von Angebotsrisiken gestützt, so die Strategen von ANZ Research. Zu diesen Risiken zählten unter anderem eine Knappheit an Schwefelsäure und potenzielle US-Zölle. Der Dreimonatskontrakt für Kupfer verbilligt sich um 0,5 Prozent auf 13.668,00 Dollar je Tonne.

Gewinnmitnahmen bei Kupfer
08:21 Uhr

US-Behörde warnt vor losen Sitzen in Boeing-Flugzeugen

Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt vor möglicherweise falsch montierten Sitzen in Hunderten Boeing-737-MAX-Jets und fordert deren Inspektion. Bei einer Notlandung oder starken Turbulenzen könnten sich die Sitze aus der Verankerung lösen, Passagiere verletzen und Fluchtwege blockieren, teilte die Behörde mit. Die vorgeschlagene Direktive betrifft 453 in den USA registrierte Flugzeuge.

Die Anordnung ist ein weiterer Rückschlag für Boeing. Der Flugzeugbauer steht seit einer Reihe von Produktionspannen unter verschärfter Beobachtung, insbesondere seit Anfang 2024 ein Rumpfteil einer 737-MAX im Flug herausbrach. Ein Boeing-Sprecher erklärte, der Konzern habe die Fluggesellschaften bereits im Dezember 2025 über das Problem informiert und unterstütze die Anordnung der FAA.

US-Behörde warnt vor losen Sitzen in Boeing-Flugzeugen
08:03 Uhr

Anleger müssen KI-Absturz verarbeiten

Mit einem ruhigen Start an Europas Börsen rechnen Händler. Der globale Kursabsturz der KI-Aktien hat das Öl als Problemthema abgelöst. Der Kospi-Index in Korea bricht um 10 Prozent ein. In Europa wird KI zwar diskutiert, betrifft aber hierzulande nur wenige Spezialwerte.

Klar im Fokus steht die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Unter anderem stehen Zahlen von Schwergewichten aus allen Branchen an wie Mercedes-Benz, Unilever, Kering, GSK, Barclays, Safran und viele andere. Dies dürfte für viele Alleingänge bei den Kursbewegungen in beide Richtungen sorgen, heißt es im Handel. Die Bedeutung von Index-Ausschlägen werde daher geringer sein. Dies zeigen die Dax-Terminkontrakte, die nur 30 Punkte höher notieren.

Als gesamte Branche unter Druck gesehen werden nur die KI-abhängigen Technologiewerte. Hier traf sich am Vortag die schon immer vorhandene Skepsis über Zirkelgeschäfte mit aktuellen Belastungsfaktoren. So die Meldung von Insiderverkäufen von Nvidia-Chef Huang über 1,8 Milliarden Dollar, der gigantische Börsengang von Chinas Chip-Hersteller CXMT und Berichte über Erfolge der chinesischen Konkurrenz bei der Chip-Lithographie. Sorgen über Chinas Erfolge kamen bereits in der Vorwoche auf, als ein KI-Agent von Open AI einen Cyber-Angriff ausübte, der nur durch ein chinesisches Modell gestoppt werden konnte.

Anleger müssen KI-Absturz verarbeiten
07:44 Uhr

Mercedes hat ein Absatzproblem

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal das operative Ergebnis wie erwartet gegenüber dem schwachen Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars stabilisiert sich aber nicht wie erhofft, so dass der Autobauer jetzt einen leichten Rückgang und kein Volumen auf Vorjahresniveau mehr erwartet. Mercedes begründete das mit dem verschärften Marktumfeld und intensivem Wettbewerb in China.

Von April bis Juni legte das Betriebsergebnis um 21,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zu, nach einem Einbruch um zwei Drittel vor Jahresfrist. Der Dax-Konzern wolle im zweiten Halbjahr Kosten und Produktivität weiter verbessern, erklärte Konzernchef Ola Källenius.

Der Umsatz sank trotz eines erneuten Absatzeinbruchs in China nur leicht um 3,3 Prozent auf 32 Milliarden Euro. Marktexperten hatten mit einem Umsatz in dieser Höhe und mit einem operativen Gewinn von 1,57 Milliarden Euro gerechnet. Die bereinigte Rendite im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars lag mit 4,0 Prozent in der angepeilten Spanne für das Gesamtjahr.

Mercedes hat ein Absatzproblem
07:28 Uhr

LVMH ist ein KI-Profiteur

Dank der steigenden Nachfrage wohlhabender US-Kunden hat der französische Luxuskonzern LVMH im zweiten Quartal mehr umgesetzt. Mit Marken wie Louis Vuitton, Dior und Bulgari nahm das vom Milliardär Bernard Arnault kontrollierte Unternehmen 19,5 Milliarden Euro ein, währungsbereinigt drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den USA habe die neu geschaffene Kaufkraft durch den KI- und Technologieboom die Erlöse um sechs Prozent steigen lassen, so das Unternehmen. In Europa stagnierten die Umsätze im Quartal nach einem Rückgang in den ersten drei Monaten des Jahres, als der Konflikt im Nahen Osten den Tourismus besonders belastet hatte. Weltweit besonders gefragt waren Uhren und Schmuck mit einem Umsatzplus von elf Prozent für Marken wie Tiffany und Bulgari.

Im Halbjahr stieg der Umsatz organisch um zwei Prozent, nach berichteten Zahlen ergab sich ein Rückgang um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft sank dabei unter anderem wegen Währungsschwankungen um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Euro.

LVMH ist ein KI-Profiteur
07:10 Uhr

China bremst E-Auto-Wachstum

Weltweit werden immer mehr Elektroautos zugelassen, die Wachstumsgeschwindigkeit lässt aber nach. In einer Untersuchung von 43 wichtigen Märkten kommt die Unternehmensberatung PwC auf rund 6,6 Millionen Neuzulassungen rein batteriebetriebener Stromer (BEVs). Das ist zwar immer noch ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, es geht aber bei weitem nicht mehr so schnell nach oben wie früher. Noch im ersten Halbjahr 2025 hatte ein Plus von mehr als einem Drittel gestanden, im Gesamtjahr 2025 war es noch knapp ein Drittel.

Entscheidend für die Verlangsamung ist China. Der mit Abstand größte Elektroautomarkt der Welt schrumpfte laut PwC im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf knapp 3,6 Millionen BEVs. Immerhin ging es im zweiten Quartal aber bereits wieder leicht aufwärts. Weil parallel der Gesamtmarkt schrumpfte, machten die reinen Stromer dort im zweiten Quartal 44 Prozent der Neuzulassungen aus.

In den USA sanken die Elektroautoneuzulassungen sogar. 460.000 BEVs im ersten Halbjahr sind ein Minus von 22 Prozent. Sie machen dort nur 6 Prozent des Markts aus. Sehr viel besser ist die Entwicklung in Europa. In der EU, Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz zählten PwC knapp 1,6 Millionen BEVs und damit 33 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das war ein Marktanteil von 22 Prozent. Besonders starkes Wachstum gab es unter anderem in Frankreich, Italien aber auch Deutschland, das vor dem Vereinigten Königreich und Frankreich erneut der größte Einzelmarkt Europas war.

China bremst E-Auto-Wachstum
06:53 Uhr

Finanzaufsicht knöpft sich Zurich Insurance vor

Die Schweizer Finanzaufsicht Finma hat ein Verfahren gegen Zurich Insurance eingeleitet. Der Versicherer habe einigen Schweizer Kunden Policen zu niedrigeren Preisen verkauft als mit der Behörde vereinbart, teilte das Unternehmen mit. Die Finma habe zudem ein Verkaufsverbot für bestimmte Produkte im Bereich der betrieblichen Lebens- und Rentenversicherungen in der Schweiz verhängt, weshalb die Sparte vorerst nur noch Bestandskunden bedienen dürfe. Konzernchef Mario Greco sagte Bloomberg, das Verbot werde keine Auswirkungen auf den Gewinn haben. Wegen der Untersuchungen würden jedoch mehr als ein Dutzend Mitarbeiter entlassen.

Wie lange das Verfahren dauern wird, über das der "SonntagsBlick" zuerst berichtet hatte, ist unklar. Die Finma erklärte, sie äußere sich grundsätzlich nicht zu Einzelfällen, untersuche aber mögliche Verstöße gegen das Finanzmarktrecht und ergreife bei Bedarf Maßnahmen.

Finanzaufsicht knöpft sich Zurich Insurance vor
06:35 Uhr

Ausverkauf bei Chipwerten

Sorgen über die enormen Finanzierungsanforderungen des KI-Booms schicken die asiatischen Börsen auf Talfahrt. Angeführt wird der Ausverkauf von den Chipherstellern. Der südkoreanische Kospi stürzt um mehr als acht Prozent auf ein Dreimonatstief, was eine Handelsunterbrechung auslöst. Der japanische Nikkei-Index gibt vier Prozent nach. Auslöser ist ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach Nvidia im Rahmen eines riesigen Rechenzentrumsprojekts Finanzierungsgarantien in Höhe von rund 250 Milliarden Dollar für OpenAI bereitstellen will. Die Nvidia-Aktie verlor daraufhin an der Wall Street fünf Prozent.

Zudem drückt der wachsende Konkurrenzdruck aus China auf die Stimmung. So berichtet das Magazin "The Information", dass China mit der Herstellung eigener Lithografie-Maschinen begonnen habe, einem wichtigen Werkzeug für die Chip-Produktion. Die Aktie des niederländischen Marktführers ASML fiel daraufhin um 8,5 Prozent. In Südkorea brechen die Papiere von SK Hynix um fast elf Prozent ein, Samsung verloren mehr als neun Prozent.

Ausverkauf bei Chipwerten
06:20 Uhr

Das ist los im frühen Devisenhandel

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 163,73 Yen und legt leicht auf 6,7683 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8188 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1372 Dollar und zieht leicht auf 0,9312 Franken an.

Das ist los im frühen Devisenhandel
06:00 Uhr

Sternstunde für den Dax

Der Dax hat zu Wochenbeginn da weitergemacht, wo er am vergangenen Freitag aufgehört hat: Er legte deutlich zu, ließ dem 1,4-Prozent-Kursplus vom Wochenschluss einen weiteren Aufschlag von 1,0 Prozent folgen. Der deutsche Börsenleitindex schloss mit einem Stand von 25.361 Punkten. Ausschlaggebend für den Aufgalopp waren deutlich gesunkene Ölpreise, nachdem sich eine erneute Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA abzeichnete. Im Fokus der Anleger, so Marktteilnehmer, stehe aber auch eine Fülle von Quartalsberichten in dieser Woche.

Heute etwa öffnet Mercedes-Benz sdie Bücher: Der Autobauer muss in China weitere Rückschläge verdauen, kann seine Bilanz aber mit Wachstum in Europa und den USA verbessern. Nach Einschätzung von Analysten schrumpfte der Umsatz des Dax-Konzerns im zweiten Quartal leicht auf 32 Milliarden Euro. Den operativen Gewinn steigerten die Schwaben der Prognose zufolge um knapp ein Viertel auf 1,57 Milliarden Euro, nachdem er vor Jahresfrist um zwei Drittel eingebrochen war. Vorstandschef Ola Källenius kündigte im Juni weitere Einsparungen an, etwa über längere Arbeitszeiten. Damit brachte er Tausende Mercedes-Beschäftigte auf die Barrikaden.

Zudem legt die Bundesbank ihren Monatsbericht vor. Darin werden Lage und Aussichten der deutschen Wirtschaft beleuchtet. Die Wirtschaftsleistung hatte im ersten Quartal um 0,3 Prozent zugelegt. Für die am Donnerstag anstehenden vorläufigen Daten zum Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr erwarten Experten eine Stagnation. Mittlerweile zeichnet sich laut dem Münchner Ifo-Institut jedoch ein leichter Aufwärtstrend ab. In der zweiten Jahreshälfte dürfte demnach das milliardenschwere Infrastrukturpaket der Bundesregierung nach und nach seine Wirkung entfalten und der Wirtschaft mehr Schwung verleihen.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.

Sternstunde für den Dax