Wirtschaft

Rückgang um ein Fünftel Automarkt bricht im Pandemie-Jahr ein

Im vergangenen Jahr machen viele einen großen Bogen um Autohäuser. In der Folge bricht der Absatz so stark ein wie seit zehn Jahren nicht. Bis das Vor-Corona-Niveau erreicht wird, kann es aber noch dauern.

Bundesweit sind 2020 so wenige neue Autos zugelassen worden wie seit zehn Jahren nicht. Mit 2,92 Millionen Neuzulassungen schrumpfte der deutsche Automarkt in der Corona-Krise um gut 19 Prozent, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Stärker eingebrochen waren die Verkäufe zuletzt 2010. Nach einem Boom infolge der Abwrackprämie gingen sie damals auf ebenfalls knapp 2,92 Millionen zurück.

Gut jeder fünfte Neuwagen zählte im vergangenen Jahr zum Segment SUV. Zulegen konnten angesichts von Beherbergungsbeschränkungen Wohnmobile. Der Absatzeinbruch sei wirtschaftlich schwierig für die Branche, sagte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie. "Für 2021 rechnen wir mit einer Erholung des deutschen Pkw-Marktes. Dennoch dürfte das sehr starke Vor-Corona-Niveau vorerst nicht erreicht werden."

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Gute Zahlen brachte nun der Dezember. 311.394 Neuzulassungen in dem Monat entsprachen einem Plus von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Viele Privatkunden haben zum Jahresende noch ein Auto gekauft, um von der Mehrwertsteuersenkung zu profitieren", erklärte Reinhard Zirpel, der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller.

Im Gesamtjahr verbuchten jedoch bis auf den Elektroautobauer Tesla und die italienische Automarke Fiat fast alle großen Hersteller einen Verkaufsrückgang. Zu den größten Verlierern gehörten Opel und Ford mit einem Minus von je mehr als 30 Prozent. Marktführer VW verkaufte rund ein Fünftel weniger von seinen Fahrzeugen als im Vorjahr.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/rts