Wirtschaft

Dividende stabil BASF erwartet kräftige Erholung

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Bei BASF sollen die Schornsteine in diesem Jahr wieder ordentlich rauchen.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Der Chemiebranche mit ihrem Primus BASF gilt als Indikator für die Konjunktur. Und der Konzern prognostiziert ein solides Wachstum. Bei der genauen Höhe allerdings bleibt das Unternehmen noch vage.

Der Chemieriese BASF peilt nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Corona-Jahr wieder deutliche Zuwächse an. Vorstandschef Martin Brudermüller bleibt allerdings vorsichtig und setzt dem Ludwigshafener Konzern Ziele, die viel Spielraum lassen. "Für das Jahr 2021 erwarten wir, dass sich die Weltwirtschaft von dem starken Einbruch infolge der Corona-Pandemie erholen wird. Allerdings bleiben die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung außergewöhnlich hoch", sagte er.

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Der Umsatz soll im laufenden Jahr auf 61 Milliarden bis 64 Milliarden Euro steigen, das wäre ein Plus von bis zu acht Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll auf 4,1 Milliarden bis 5,0 Milliarden Euro klettern, ein Zuwachs von 14 bis 39 Prozent. Brudermüller sagte, mit der breiten Prognosespanne berücksichtige BASF das Risiko von erneuten Unterbrechungen der weltweiten Lieferketten sowie die damit verbundenen negativen Folgen für die Weltwirtschaft. "Wir sind aber zuversichtlich, dass wir ohne solche negativen Auswirkungen ein Ergebnis erwirtschaften können, das am oberen Rand unseres Prognoseintervalls liegt."

Brudermüller geht davon aus, dass vor allem die Autobranche, die wichtigste Kundengruppe von BASF, deutlich wachsen sollte. Auch andere Abnehmerindustrien dürften zulegen. Die weltweite Chemieproduktion solle mit 4,4 Prozent ein Wachstum deutlich über dem Vorjahresniveau erzielen.

Börsengang der Tochter Wintershall Dea in zweiter Jahreshälfte

2020 hatten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie den Konzern stark belastet. Am stärksten litt BASF dabei unter der gesunkenen Nachfrage aus der Autoindustrie. Aber bereits zum Jahresende erholten sich die Auftragseingänge wieder. BASF konnte im Schlussquartal sein Ergebnis um fast ein Drittel steigern. Die Chemiebranche und mit ihr Branchenprimus BASF gelten als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte in allen großen Industriezweigen benötigt werden.

BASF hatte bereits Ende Januar vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht, da der Konzern im vierten Quartal deutlich besser abschnitt als von Analysten erwartet. Der Umsatz lag 2020 mit 59,1 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau, das bereinigte operative Ergebnis sank um 23 Prozent auf 3,6 Milliarden. Nach Steuern fiel vor allem wegen hoher, schon bekannter Wertberichtigungen bei dem Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea, an dem BASF mit 67 Prozent beteiligt ist, ein Verlust von 1,06 Milliarden Euro an.

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Wintershall Dea soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an die Börse gebracht werden, wie Finanzchef Hans-Ulrich Engel sagte. Der eigentlich für 2020 geplante Gang aufs Parkett war wegen der Corona-Krise abgeblasen worden.

Die Aktionäre von BASF kommen etwas besser weg als erwartet. Sie sollen eine unveränderte Dividende von 3,30 Euro je Aktie erhalten - Analysten hatten im Schnitt dagegen mit einem Rückgang gerechnet. Die Ausschüttung wird damit aber erstmals seit 2009 nicht erhöht. Der Konzern hat sich eigentlich zum Ziel gesetzt, seine Dividende basierend auf starken freien Mitteln (Free Cashflow) jährlich anzuheben. Daran wolle BASF aber grundsätzlich festhalten, sagte Engel: "Wir haben uns verpflichtet, wir bemühen uns und halten uns an diese Verpflichtung." Vorstandschef Brudermüller ergänzte, BASF könne "nach vorne weiterhin hohe Dividenden bezahlen".

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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