Wirtschaft

Weiße Weste im Abgas-Skandal BMW und Ford distanzieren sich

87246333.jpg

BMW sagt von sich selbst, im Diesel-Skandal eine weiße Weste zu haben.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Sie wollen nicht mit Betrügern über einen Kamm geschoren werden: Vor dem Dieselgipfel betonen Ford und BMW, dass sie mit der Schummel-Software der Konkurrenz nichts zu tun haben. Währenddessen zeichnet sich in Berlin eine Einigung auf Updates ab.

Die Autohersteller BMW und Ford wollen nicht mit Abgasbetrügern in einen Topf geworfen werden. Beide Unternehmen betonten, nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen zu haben. "Verbotene Abschalteinrichtungen waren bei uns nie ein Thema. Wir haben nie darüber diskutiert, ob wir das machen", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Süddeutschen Zeitung". Bevor er in den Vorstand aufrückte, verantwortete Duesmann die Antriebsentwicklung bei den Münchnern.

Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann hob sich ebenfalls von der Konkurrenz ab: "Wichtig ist, dass nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden. Es gibt ja in der Branche durchaus Hersteller, die sich an gesetzliche Rahmenbedingungen halten." Bei Ford wurde bisher keine Schummel-Software gefunden.

Indes hat in Berlin der Dieselgipfel begonnen. Dort treffen sich die Spitzen der deutschen Automobilindustrie mit der Bundesregierung, mehreren Ministerpräsidenten, der IG Metall und dem Städtetag. Wie aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervorgeht, bekommen die Hersteller bis Ende 2018 Zeit, ihre Selbstzünder sauberer zu machen. Erstes Mittel der Wahl sind Softwareupdates für die Motorensteuerung, die Millionen Autos verpasst werden sollen. "Die Kosten für die Nachrüstungen tragen die Hersteller", heißt es in der Abschlusserklärung, in die Dow Jones Newswires Einblick hatte.

Hendricks: Updates sind nur erster Schritt

Die SPD hat demnach durchgesetzt, dass auch Nachrüstungen an der Hardware kommen müssen, sollte sich die Luftqualität nicht verbessern. Im Kommuniqué heißt es weiter: "Geboten und gefordert ist deshalb die Entwicklung und Vorlage technisch leistbarer sowie wirtschaftlich vertretbarer Konzepte der Automobilhersteller für eine weitergehende Umrüstung - beispielsweise durch Einbau zusätzlicher Abgasreinigungssysteme."

So sieht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verpflichtende Software-Updates bei Fahrzeugen mit den Abgasgrenzwerten Euro 5 und Euro 6 nur als ersten Schritt bei der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen. In einem zweiten Schritt müsse es weitere Angebote der Automobilindustrie zur Umrüstung geben, erklärte Hendricks in SWR. Der sich abzeichnende Kompromiss, zunächst auf aufwendige technische Umrüstungen wie den Einbau von Abgasreinigungssystemen zu verzichten, sei "keine Milde". Es gebe derzeit noch offene technische Fragen hinsichtlich der Umrüst-Möglichkeiten.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ging mit den Herstellern vor Beginn der Spitzenrunde hart ins Gericht. "Die Autoindustrie hat sich in richtig schweres Fahrwasser gebracht. Ich finde es furchtbar, dass die Marke 'Automobil made in Germany' in so eine Lage gebracht wurde", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Die Kunden forderte er auf, zurückgerufene Fahrzeuge auch umrüsten zu lassen. "Wer der Umrüstung nicht nachkommt, geht das Risiko ein, dass als letztes Mittel das Auto beim nächsten TÜV keine Plakette mehr bekommt", warnte er die Diesel-Besitzer.

Quelle: n-tv.de, hul/DJ/AFP

Mehr zum Thema