Wirtschaft

Wirecard-Fragen von Abgeordneten Bafin-Chef soll falsch informiert haben

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Bafin-Chef Hufeld soll dem Finanzausschuss falsche Informationen gegeben haben.

(Foto: dpa)

Anfang Juli wird der Präsident der Bafin vom Finanzausschuss des Bundestags zur Rolle der Finanzaufsicht im Wirecard-Skandal befragt. Über die Zusammenarbeit mit den Behörden in Singapur sagt er da anscheinend nicht die Wahrheit.

Im Wirecard-Bilanzskandal hat die Finanzaufsichtsbehörde Bafin nach einem Bericht des "Spiegel" eingeräumt, die Abgeordneten des Bundestages falsch informiert zu haben. Entgegen den Angaben von Behördenchef Felix Hufeld hätten die Bankenaufsicht und die Polizei in Singapur seit Anfang 2019 mit der Bafin kooperiert, zitiert der "Spiegel" eine Bafin-Sprecherin. Sie hätten der Bafin Informationen zur Verfügung gestellt.

Hufeld hatte dagegen am 1. Juli im Finanzausschuss laut Protokoll gesagt, seine Behörde warte "bis heute auf eine Antwort" der Polizei in Singapur. Die Bafin-Sprecherin nannte laut "Spiegel"-Bericht die Hufeld-Aussagen "nicht zutreffend". Sie habe die "grundsätzlich vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit Singapur betont. Der "Spiegel"-Bericht erschien am Vorabend einer Sondersitzung des Finanzausschusses des Bundestages. Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier sollen am Mittwoch den Abgeordneten Rede und Antwort stehen zu möglichen Versäumnissen der Finanzaufsicht und der Wirtschaftsprüfer. Scholz hat die Aufsicht über die Bafin.

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Eine Stellungnahme zum "Spiegel"-Bericht war von der Bafin am Abend zunächst nicht zu erhalten. Hufeld hatte im Finanzausschuss erklärt, seine Behörde habe selbstverständlich mit ausländischen Partnerbehörden Kontakt aufgenommen. Die Aufsichtsbehörde in Singapur sei unmittelbar nach dem Vorliegen konkreter Hinweise kontaktiert und um Amtshilfe gebeten worden. Diese habe geantwortet, sie sei nicht zuständig, sondern die Polizei. Daraufhin habe die Bafin auch die Polizei angeschrieben und warte bis heute auf eine Antwort, heißt es im Protokoll.

Anfang 2019 hatte es erste Medienberichte über mutmaßliche Bilanzierungstricks bei Wirecard in Singapur gegeben. Von dort aus wurde das Asiengeschäft des Dax-Unternehmens gesteuert. Der Zahlungsabwickler hatte im Juni Insolvenz anmelden müssen, weil sich mutmaßliche Guthaben von 1,9 Mrd. Euro als gefälscht erwiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die frühere Unternehmensführung wegen bandenmäßigen Betrugs.

Quelle: ntv.de, ino/rts