Wirtschaft

Danske-Skandal belastet Aktie Bafin erhöht Druck auf Deutsche Bank

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Berichte über eine angebliche Beteiligung am Geldwäscheskandal bei der Danske Bank haben die Aktien der Deutschen Bank absacken lassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am größten europäischen Geldwäscheskandal aller Zeiten soll neben der dänischen Danske Bank auch die Deutsche Bank beteiligt sein. Das ruft die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses sacken derweil auf ein Rekordtief.

Die Finanzaufsicht Bafin hat einem Insider zufolge im Geldwäscheskandal bei der Danske Bank Informationen von der Deutschen Bank angefordert. Das Material solle schnell ausgewertet werden, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person. Ob danach eine formelle Prüfung eingeleitet werde, sei noch offen.

Die Deutsche Bank hatte zuvor bestätigt, dass sie als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig war und für diese Zahlungen abwickelte. Zu den neuesten Informationen wollte sich die Deutsche Bank nicht äußern. Auch die Bafin lehnte eine Stellungnahme ab.

An der Frankfurter Börse belasteten die Berichte über den Finanzskandal die Aktien der Deutschen Bank. Zeitweise fielen sie rund 5 Prozent auf 8,05 Euro und somit den tiefsten Stand ihrer Geschichte. Damit hat sich der Börsenwert der einstigen deutschen Vorzeigebank allein innerhalb von 12 Monaten etwa halbiert.

Geldwäsche mit US-Banken?

Im Zentrum des größten europäischen Geldwäscheskandals aller Zeiten steht besagte Filiale in Estland. Eine interne Untersuchung des Instituts hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Gelder von 200 Milliarden Euro (230 Milliarden Dollar) verdächtig gewesen sei.

Am Montag hatte Howard W., der von 2007 bis 2014 unter anderem für die estnische Filiale der Danske Bank verantwortlich war, gemutmaßt, dass wohl bis zu 150 Milliarden Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien.

W. nannte die Deutsche Bank zwar nicht beim Namen. Wie mehrere Medien aber erfahren hatten, ist die Deutsche Bank zusammen mit den beiden US-Großbanken JP Morgan und Bank of America in dem prominenten Fall im Visier der Ermittler. Die drei Banken waren für die Danske-Filiale in Estland als sogenannte Korrespondenzbanken tätig.

Quelle: n-tv.de, cri/rts