Wirtschaft

Wetter, Brände und Baustellen Bahn fährt eigenem Fahrplan zu oft hinterher

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Einer von vier Fernzügen ist bei der Bahn nicht pünktlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum Jahresende erreichen mehr Züge der Bahn ihr Ziel zur geplanten Zeit. Doch für eine gute Bilanz 2018 reicht es nicht mehr. Nur drei von vier Fernzügen sind pünktlich. Deutlich besser sieht es hingegen im Nahverkehr aus.

Staus auf dem Schienennetz, Mängel bei den Fahrzeugen: Die Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten 2018 häufiger auf unpünktliche Züge warten. Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr verspätet gewesen. Im Jahresdurchschnitt erreichten 74,9 Prozent der ICE-, IC- und EC-Züge ihre Ziele pünktlich, wie die Bahn mitteilte. Damit verfehlte der Verkehrskonzern sein zu Jahresanfang angestrebtes Ziel von 82 Prozent deutlich.

Dieses hatte Bahnchef Richard Lutz im Juli bereits verworfen, zugleich von einer Trendwende im zweiten Halbjahr gesprochen - die aber nicht eintrat. Im Vergleich zum Vorjahr (78,5 Prozent) sank die Jahrespünktlichkeit um 3,6 Prozentpunkte. Nach schwachen Vormonaten steigerte die Bahn ihre Leistung im Dezember 2018 wieder.

Im Gesamtjahr landete der Nahverkehr einschließlich der S-Bahnen bei 94,0 Prozent. Für alle Züge ergab sich ein Jahreswert von 93,5 Prozent nach 94,1 Prozent im Jahr 2017. Die Jahrespünktlichkeit für den Fernverkehr von 74,9 Prozent ist der niedrigste Wert seit 2015. Die Bahn wertet ihre Züge bis zu einer Verspätung von weniger als sechs Minuten als pünktlich.

Baustelle Berlin-Hannover

Auf der wichtigen Strecke Berlin-Hannover müssen Reisende ab Samstag (12.1.) bis zum 17. Mai eine bis zu 30 Minuten längere Fahrzeit einplanen. Grund ist die Erneuerung der Signaltechnik auf der Trasse. Die ICE können dort sonst bis Tempo 250 fahren, während der Bauarbeiten sind nur 160 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Zu den Gründen für die hohe Verspätungsquote machte die Bahn in ihrer Jahresbilanz keine Angaben. Im Laufe des Jahres hatte sie aber viele Störungen an der Infrastruktur und den Fahrzeugen als Ursachen genannt, verstärkt in der langen Hitzeperiode im Sommer. Hinzu kamen Stürme, Schnee und Eis im Februar und März sowie Sonderereignisse wie ein Großbrand bei Kassel im Juli, ein Feuer bei Siegburg im August oder der bundesweite Warnstreik im Dezember. Die Bahn gab aber auch tief gehende hausinterne Probleme zu: Dazu gehören Engpässe auf dem Schienennetz angesichts steigender Fahrgastzahlen und beim Personal.

Um Pünktlichkeit und Servicequalität in den Griff zu bekommen, hat der Konzernvorstand um Bahnchef Lutz ein Programm "für eine bessere Bahn" aufgesetzt und im November dem Aufsichtsrat vorgestellt. Am 15. Januar soll Lutz das Maßnahmenpaket Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei einem Treffen erläutern. Dieser hatte zum Jahreswechsel gesagt, er wolle "hören, wie wir zügig zu merklichen Verbesserungen früh in 2019 kommen".

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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