Wirtschaft

1200 neue Jobs Bahn investiert eine Milliarde Euro in Cottbus

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In Cottbus soll das modernste Instandhaltungswerk der Bahn in Europa entstehen.

(Foto: dpa)

In den kommenden Jahren gehen wegen des Kohleausstiegs viele Jobs in der Lausitz verloren. Die Bahn will nun ihr dortiges Werk massiv umrüsten und eine Forschungsstelle errichten. Geplant ist Europas modernstes und umweltfreundlichstes Instandhaltungswerk.

Die Bahn will mit Hunderten neuen Jobs in der Lausitz den Strukturwandel der Region nach dem Kohleausstieg voorantreiben. In Cottbus soll das Bahnwerk massiv modernisiert und erweitert werden. Dabei entstehen insgesamt 1200 Jobs, wie der Staatskonzern mitteilte. Entsprechende Pläne haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und DB-Vorstand Ronald Pofalla vorgestellt.

"Hier setzen wir etwas um, das zeigt, wie der Strukturwandel ganz konkret klappen kann", sagte Scholz. "Gigafactory gibt es nicht nur einmal in Brandenburg, das gibt's jetzt auch ein zweites Mal", sagte Scheuer zum Projekt und bezog sich damit auf das entstehende Werk des Autobauers Tesla vor den Toren Berlins. Das Werk ist das erste große Vorhaben, das auf Basis des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes finanziert wird. Das Gesetz ist seit August in Kraft.

Neue Halle und Uni-Kooperation

2023 will die Bahn mit dem Bau des Werks beginnen. Am Standort des heutigen Bahnwerks Cottbus ist eine neue ICE-Halle für die Instandhaltung von Elektrotriebzügen (ICE 4) geplant. Geplant sind in den dann folgenden drei Jahren 1100 neue Industriearbeitsplätze und 100 Plätze für Auszubildende. Für die Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Hybridtechnik mit Elektroantrieb soll eine Halle gebaut werden. Zudem sind ein Technologiezentrum zur Hybridforschung und moderne Lehrwerkstätten geplant. Die Bahn will dabei mit der Brandenburgischen-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zusammenarbeiten.

Laut Unternehmen soll es das modernste und umweltfreundlichste Bahninstandhaltungswerk in Europa werden. "Roboter, lernende Maschinen und künstliche Intelligenz verkürzen den Werkstattaufenthalt der ICE-Züge radikal", erklärte Sabina Jeschke, DB-Vorstand Digitalisierung und Technik in Cottbus. Die Fahrzeuge könnten so schneller wieder auf die Schiene.

Mit dem neuen Werk und mehr als doppelt so vielen Arbeitsplätzen würden die Kapazitäten enorm erweitert. Das sei notwendig, weil die ICE-Flotte bis 2026 auf mehr als 420 Fahrzeuge wachsen soll, so Jeschke. Nach Angaben von Scheuer geht es dabei um eine Investition von einer Milliarde Euro.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa