Wirtschaft

Russland-Affäre wohl ohne Folgen Bankenaufsicht schont die Deutsche Bank

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Die deutsche Bankenaufsicht zeigt sich offenbar milde - doch wesentlich spannender dürften die Ergebnisse von den Ermittlungen der US-Aufsichtsbehörde werden.

(Foto: REUTERS)

Der Deutschen Bank droht derzeit Ärger an vielen Fronten: Neben dem Streit mit der US-Justiz ist es besonders die Russland-Affäre, die das Geldhaus teuer zu stehen kommen könnte. Doch zumindest die deutsche Bankenaufsicht scheint Milde walten zu lassen.

Die Deutsche Bank dürfte einem Zeitungsbericht zufolge bei der Bafin-Prüfung zu Geldwäsche-Vorwürfen in Russland glimpflich davonkommen. Die Untersuchungen liefen zwar noch, schrieb die "Süddeutsche Zeitung" auf ihrer Website. Es zeichne sich aber ab, dass sich die Finanzaufsicht darauf beschränken werde, dem deutschen Branchenprimus Auflagen für ein besseres Risikomanagement zu machen. Eine genaue Quelle nannte die Zeitung für ihre Informationen nicht. Sprecherinnen der Bafin und der Deutschen Bank lehnten auf Nachfrage einen Kommentar ab und verwiesen auf das laufende Verfahren.

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Bei der Russland-Affäre geht es unter anderem um den Verdacht der Geldwäsche: Da es bei anderen Banken in der Vergangenheit keine vergleichbaren Probleme gab, sind die Folgen für Experten schwer abzuschätzen. Kaum jemand wagt derzeit eine Prognose, wie hart die verschiedenen ermittelnden Behörden den Vorfall bestrafen werden. Bisherigen vorsichtigen Schätzungen zufolge muss sich die Bank jedoch zumindest auf eine Milliardenstrafe einstellen.

Kulturwandel versprochen

Unter den diversen Skandalen der Deutschen Bank gehört der Fall aus Russland zu den aktuellsten: Nachdem die Bank bereits einen Kulturwandel angekündigt hatte, hatten Mitarbeiter zwischen 2011 und 2015 zahlungskräftigen Russen dabei geholfen, über Aktiengeschäfte etwa zehn Milliarden Dollar ins Ausland zu schleusen. Auch Geschäfte mit russischen Kunden, die wegen der Krim-Annexion mit internationalen Sanktionen belegt waren, sollen getätigt worden sein.

Die Deutsche Bank kämpft derzeit an zahlreichen Fronten. Die Russland-Affäre und ein Streit mit der US-Justiz wegen Hypotheken-Geschäften aus der Zeit der Finanzkrise sind dabei die dicksten Brocken. Die Aktie der Deutschen Bank fiel aus Sorge vor einer hohen Milliardenstrafe jüngst auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte.

Libor-Skandal ohne Konsequenzen

Frieden an einer Front dürfte die Anleger also zumindest etwas beruhigen. Allerdings, darauf verwies die "Süddeutsche Zeitung", gingen die Ermittlungen der US-amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden im Russland-Fall weiter. Die Bafin hatte bereits im Frühjahr bei der Deutschen Bank Milde walten lassen, als die Finanzaufsicht mehrere Sonderprüfungen ohne weitere Konsequenzen für das Frankfurter Geldhaus beendete.

Dabei ging es um den Libor-Skandal um manipulierte Referenzzinssätze, Derivategeschäfte mit der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena sowie Edelmetallgeschäfte.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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