Wirtschaft

"Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig" Bayern verweigert Gelder für Air Berlin

aa6494ef658fabc9a301e6dcaa92d5d4.jpg

Air-Berlin-Beschäftigte bei einer Protestaktion am 16. Oktober. Nach wie vor stehen etwa 4500 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

(Foto: dpa)

Die Bayerische Staatsregierung lehnt eine Beteiligung an einer Transfergesellschaft für die Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Air Berlin ab. Die Verantwortung hierfür liege beim Unternehmen und die Lage am Arbeitsmarkt sei entspannt.

Der Freistaat Bayern will sich nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin nicht an den Kosten für eine Transfergesellschaft beteiligen. "Hier sehen wir vor allem die Unternehmen in der Pflicht, über einen Sozialplan oder bei Bedarf durch die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die Folgen der Insolvenz für die betroffenen Mitarbeiter abzumildern", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in München.

Mit Blick auf die von der Insolvenz betroffenen Beschäftigten in Bayern sei die Staatsregierung "sehr zuversichtlich, dass diese hoch qualifizierten Arbeitskräfte in Bayern sehr schnell wieder Anschluss an den Arbeitsmarkt finden". Der bayerische Arbeitsmarkt sei nach wie vor sehr aufnahmefähig. "Für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht zudem das volle Instrumentarium der Arbeitsverwaltung für Vermittlung und Qualifizierung bereit."

Der Gläubigerausschuss der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat beschlossen, aus der Insolvenzmasse bis zu 10 Millionen Euro für die Einrichtung einer Transfergesellschaft zur Verfügung zu stellen. "Mit einer Transfergesellschaft können wir den Mitarbeitern mehr Sicherheit bei der beruflichen Neuorientierung geben", sagte Generalbevollmächtigter Frank Kebekus. Der Beschluss stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass auch weitere Beteiligte Deckungsbeiträge für eine Transfergesellschaft erbringen, heißt es in der Pressemitteilung.

Zeitfracht-Gruppe übernimmt Tochterunternehmen

Im Ringen um eine Auffanggesellschaft zwischen den Ländern Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie der Bundesregierung für bis zu 4500 Beschäftigte von Air Berlin gibt es bislang noch keinen Durchbruch. Die Transfergesellschaft wird vor allem vom Land Berlin unterstützt. Der nordrhein-westfälische CDU-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sagte der "Berliner Morgenpost", sein Land würde sich mit den Kosten für Beratung und Verwaltung beteiligen. Air Berlin schätzt den Finanzbedarf eine Transfergesellschaft auf 50 Millionen Euro.

Zuletzt war es im Abwicklungsprozess der Airline gelungen, einen neuen Eigentümer für ein Tochterunternehmen zu finden. Die Zeitfracht-Gruppe übernimmt den Düsseldorfer Frachtraumvermittler Leisure Cargo. Der Logistikdienstleister hat 60 Mitarbeiter, insgesamt 1000 Beschäftigte gibt es in der Techniksparte des Konzerns. Ebenfalls klar ist bereits, dass die Hälfte der Air-Berlin-Flotte an die Lufthansa geht, verhandelt wird noch über die Übernahme von 25 Flugzeugen durch Easyjet. Weiterhin im Raum steht angesichts der drohenden Entlassungen Tausender Mitarbeiter die Kritik am bis 2021 garantierten Millionengehalt von Konzernchef Thomas Winkelmann.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa/reuters/DJ

Mehr zum Thema