Wirtschaft

Weiterbetrieb der AKW möglich Bereitet Habeck die Atomwende vor?

Wasserdampf steigt aus dem Kühltum des Atomkraftwerks (AKW) Isar 2 in Essenbach.

Für das bayerische AKW Isar 2 sollen die Brennstäbe bis Juni 2023 reichen.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Deutschlands AKW bleiben womöglich doch länger am Netz. Laut einem Medienbericht ändert das Wirtschaftsministerium die Rahmenbedingungen des entscheidenden Stresstests. Dieser soll nun ermitteln, ob der Weiterbetrieb den Strompreis senken würde.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ebnet offensichtlich den Weg für den Weiterbetrieb der verbliebenen deutschen Atomkraftwerke (AKW). Das Wirtschaftsministerium habe die Rahmenbedingungen des Stresstests so verändert, dass damit der Weiterbetrieb über das Jahresende hinaus sinnvoll erscheinen dürfte, berichtet der "Spiegel".

Die entscheidende Änderung: Die vier Übertragungsnetzbetreiber sollen neben der Versorgungssicherheit nun auch abschätzen, ob der Weiterbetrieb dabei hilft, die Preise an den Strommärkten zu senken. Diese klettern derzeit in ungekannte Höhen. Zu erwarten ist, dass es einen kostensenkenden Effekt gibt, auch wenn dieser klein ist.

Auf Anfrage des "Spiegel" bestritt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums eine Entscheidung in der AKW-Frage und wollte eine Veränderung des Stresstests-Designs nicht bestätigen. Der Test soll laut Bundeskanzler Olaf Scholz bis spätestens Anfang September fertig sein. Er soll verschiedene Szenarien enthalten, welche Auswirkungen eine Verlängerung der Laufzeiten für den Strommarkt hat. Es liegt dann an Bundeswirtschaftsminister Habeck, welches Szenario er für seine Entscheidung heranzieht.

Betrieb zum Teil bis Juni möglich

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Anfang des Monats hat der Bund bei den drei Betreibern RWE, EnBW und E.ON abgefragt, wie lange die noch vorhandenen Brennstäbe weiter Strom produzieren können. RWE meldete laut dem "Spiegel"-Bericht, dass ein sogenannter Streckbetrieb des AKW in Lingen mit rund 70 Prozent der Leistung bis April möglich wäre, gleiches gilt für Neckarwestheim. Für das bayerische AKW Isar 2 sollen die Brennstäbe bis Juni reichen.

Laut dem Bericht werden im Bundeswirtschaftsministerium zudem erste Überlegungen für einen Gesetzentwurf angestellt, mit dem der Weiterbetrieb rechtlich geregelt würde. Derzeit sieht das Atomausstiegsgesetz das Ende der Stromlieferungen aus den Atomkraftwerken am Jahresende vor. Die Ergebnisse des Stresstests haben die Übertragungsnetzbetreiber bislang noch nicht an das Ministerium übermittelt.

Quelle: ntv.de, kst

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