62.500 Beschäftigte betroffenBosch stellt sich neu auf - zentrale Bereiche werden ausgegliedert

Der Technologiekonzern Bosch will schneller und flexibler werden, um besser mit der Konkurrenz aus Asien mithalten zu können. Dazu ordnet das Unternehmen seine Struktur neu. Außer Zentrale und Forschung werden alle Bereiche ausgegliedert. Für die Beschäftigten soll sich nichts ändern.
Der Stiftungskonzern Bosch ordnet seine Konzernstruktur in Deutschland neu und überführt das Kerngeschäft mit der Autozulieferung, Mobility, sowie zentrale Servicebereiche in eigenständige Tochtergesellschaften. Rund 62.500 Mitarbeiter sollen in die neuen Gesellschaften wechseln, wie das Stuttgarter Technologieunternehmen mitteilte. Die bestehenden Arbeitsverträge sollen auf die neuen Einheiten übergehen. Die neuen Rechtseinheiten sollen am 1. August 2027 ihre operative Arbeit aufnehmen.
Damit gleicht Bosch die Struktur in Deutschland an andere Unternehmensbereiche wie Industrial Technology an, in denen die unterschiedlichen Geschäftsfelder bereits als eigene Tochtergesellschaften geführt werden. Die Robert Bosch GmbH fungiert künftig in erster Linie als Dachgesellschaft und Unternehmenszentrale inklusive der zentralen Forschung. Bei ihr sind dann noch 3000 Mitarbeiter beschäftigt.
Mit dem Schritt will Bosch angesichts des wachsenden Wettbewerbsdrucks vor allem aus Asien schneller und flexibler werden. "Wir müssen Innovationen noch schneller in den Markt bringen, Strukturen und Prozesse spürbar vereinfachen und insgesamt noch mehr Tempo machen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten", erklärte der neue Konzernchef Christian Fischer.
Der Bereich Mobility ist die größte Sparte des Konzerns. Er steuerte im vergangenen Jahr mit fast 56 Milliarden Euro rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz der Bosch-Gruppe von 91 Milliarden Euro bei. Andere Geschäftsfelder wie die Industrietechnik oder die Gebrauchsgüter werden bereits in eigenen Tochtergesellschaften geführt.
Bosch hatte im Juni mitgeteilt, in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Um das Ruder herumzureißen, wird kräftig an Personal und Strukturen gespart. Allein in der Zuliefersparte sollen in den kommenden Jahren Tausende Stellen wegfallen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen - unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge. Im vergangenen Jahr schrieb Bosch erstmals seit 2009 rote Zahlen.