Wirtschaft

Kosten von 234 Millionen Euro Braunkohle-Reserve noch nie aktiviert

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Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Aus Klimaschutzgründen baut Deutschland seine alten Kohlekraftwerke ab. Allerdings werden einzelne Blöcke nach ihrer Abschaltung weiter betriebsbereit gehalten, als Notreserve. Das kostet viel Geld, wird aber bisher nicht gebraucht.

Die vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eingeführte Reserve an Braunkohle-Kraftwerken ist laut einem Zeitungsbericht bislang kein einziges Mal aktiviert worden. Das berichtete die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach verursachte die Kohlekraftwerks-Reserve aber bereits Kosten in Höhe von 234 Millionen Euro.

"Die in der Sicherheitsbereitschaft befindlichen Kohlekraftwerke wurden noch nicht angefordert", heißt es laut "FR" in der Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer. Für 2017 hätten die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion Kosten von 85 Millionen Euro angesetzt. Für das Jahr 2018 seien es insgesamt 149 Millionen Euro.

Die schwarz-rote Koalition hatte 2016 beschlossen, aus Gründen des Klimaschutzes nach und nach acht Kraftwerksblöcke an fünf Standorten in Niedersachsen, NRW und Brandenburg abschalten und in die neue Reserve überführen zu lassen. Die Anlagen werden für Notfälle jeweils vier Jahre lang betriebsbereit gehalten. Die Gesamtkosten für die Stromverbraucher werden sich voraussichtlich auf 1,61 Milliarden Euro summieren.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer kritisierte in der Zeitung, die Bundesregierung belohne die Kohlebranche mit hunderten Millionen Euro "für das Nichtstun". Während sich die "klimaschädliche Kohle fürstlich entlohnen" lasse, würden die Erneuerbaren von der Bundesregierung ausgebremst.

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Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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