Wirtschaft

Lufthansa beendet Ausbildung Bremer Pilotenschüler sollen sich neuen Job suchen

In Bremen bildet die Lufthansa ihre Piloten aus - derzeit rund 700. Denen eröffnet der Konzern nun, dass er auf Jahre keinen Bedarf sieht. Die Betroffenen mögen sich anderweitig orientieren. Immerhin würden noch die Abschlussprüfungen abgenommen.

Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa lässt die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen. Die rund 700 Flugschüler wurden in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen. Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training (LAT) den Appell.

Die LAT fühle sich allerdings verpflichtet, die seit Monaten unterbrochene Ausbildung fortzuführen, wenn die Schüler darauf bestehen. Diejenigen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen, werde man noch selbst ausbilden. Für die übrigen suche man Plätze an anderen Flugschulen, kündigte der Sprecher an. Eine Übernahme könne Lufthansa nicht garantieren, so dass die Schüler nach fünf Jahren noch Vorleistungen des Konzerns zwischen 60.000 und 80.000 Euro zurückzahlen müssten.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit verlangte von der LAT, die Ausbildung aller Flugschüler wie zugesagt noch selbst zu leisten. "Wir wollen keine verlorene Generation", sagte ein Sprecher. Es sei auch widersinnig, wenn der Konzern externe Dienstleister beauftrage und dafür in der Krise Geld aufwende. Laut VC stehen von den rund 700 Schülern rund 170 kurz vor dem Abschluss.   

Ob die 1956 gegründete Verkehrsfliegerschule am Flughafen Bremen mit rund 150 Beschäftigten überhaupt noch eine Zukunft hat, entscheidet sich nach Informationen aus dem Betriebsrat erst im November. Dann fällt voraussichtlich eine Entscheidung der Bundeswehr, ob ihre Piloten weiterhin in Bremen ausgebildet werden. Der Betriebsrat befürchtet eine Verlagerung des Betriebs nach Rostock-Laage.

Die Lufthansa ist angesichts der Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten. Mit Staatshilfen musste ein Absturz verhindert werden. Inzwischen hat das Unternehmen das dritte Sparpaket aufgelegt. 150 Flugzeuge werden dauerhaft stillgelegt. 22.000 Stellen sollen gestrichen werden. Die Großraummaschine A380 ist praktisch ausgemustert.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa