Wirtschaft

Zweistellige Rate erwartet Britische Inflation auf 40-Jahres-Hoch

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Die Inflationsrate in Großbritannien nähert sich der Zehn-Prozent-Marke.

(Foto: REUTERS)

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Verbraucher in Großbritannien ächzen unter der hohen Inflation. Im Mai zogen die Preise nochmals an. Die Zentralbank stemmt sich gegen die Entwicklung, die für Premier Johnson zum politischen Problem werden könnte. Denn jeder vierte Brite beginnt, Mahlzeiten auszulassen.

Die Verbraucherpreise in Großbritannien sind im Mai so stark gestiegen wie seit 1982 nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 9,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Office for National Statistics in London mitteilte. Ökonomen hatten dies erwartet, nachdem die Teuerungsrate im April bereits 9,0 Prozent betragen hatte. Besonders steigende Preise für Nahrungsmittel trieben die Inflation diesmal nach oben: Diese verteuerten sich mit 8,7 Prozent so stark wie seit über 13 Jahren nicht mehr.

Experten sehen das Risiko einer anhaltend hohen Inflation bei einer gleichzeitigen Rezession - ausgelöst nicht nur durch hohe Energiepreise, sondern auch von anhaltenden Brexit-Problemen. Diese könnten die Handelsbeziehungen mit der EU weiter beeinträchtigen. "Bei so unklaren Wirtschaftsaussichten weiß niemand, wie hoch die Inflation werden könnte und wie lange sie anhalten wird – was die Beurteilung der Finanz- und Geldpolitik besonders schwierig macht", sagte Ökonom Jack Leslie vom Institut Resolution Foundation.

"Wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente, um die Inflation zu senken und steigende Preise zu bekämpfen", sagte Finanzminister Rishi Sunak. "Wir können durch eine unabhängige Geldpolitik, eine verantwortungsbewusste Fiskalpolitik, die den Inflationsdruck nicht erhöht, und durch die Steigerung unserer langfristigen Produktivität und unseres Wachstums eine stärkere Wirtschaft aufbauen."

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Um den Preisdruck zu mildern, hat die Bank of England ihren Leitzins in der vergangenen Woche bereits zum fünften Mal binnen sieben Monaten angehoben. Er liegt jetzt bei 1,25 Prozent. Damit soll die Teuerungsrate mittelfristig und nachhaltig zur Zielmarke der Währungshüter von 2 Prozent zurückkehren. Allerdings rechnet die Notenbank vorerst mit weiter steigenden Preisen: Für Oktober etwa erwartet sie eine Inflationsrate von 11 Prozent.

Die rasant steigenden Lebenshaltungskosten treffen die Bürger auf der Insel laut einer Umfrage des Instituts Ipsos hart: Demnach drehen zwei von drei Briten die Heizung ab, um Kosten einzusparen. Mehr als ein Viertel der Befragten gab sogar an, wegen ihres knappen Budgets Mahlzeiten auszulassen. Diese Lage lässt die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung des konservativen Premierministers Boris Johnson steigen. Zugleich wird der Ruf immer lauter, die Sozialhilfe zu erhöhen, um ärmere Bevölkerungsschichten angesichts der rasant steigenden Lebenshaltungskosten zu entlasten.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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