Wirtschaft

Politische Unsicherheit belastet Britisches Pfund fällt unter 1,30-Dollar-Marke

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Das Pfund hat seit dem Referendum rund 15 Prozent an Wert verloren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erstmals seit 1985 ist ein Pfund Sterling weniger als 1,30 Dollar wert. Die Nachwehen des Brexit-Votums lassen die Währung der Briten weiter abrutschen. Politische Turbulenzen und der unklare Kurs eines neues Premierministers verunsichern den Devisenmarkt.

Auf neue Tiefststände stürzt das britische Pfund knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum. In der Nacht rutschte die britische Währung erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Zeitweise kostete ein Pfund nur noch 1,2798 US-Dollar und damit rund 22 Cent oder 15 Prozent weniger als kurz vor dem Referendum. Im Laufe des Vormittags jedoch erholte sich der Kurs wieder etwas und stieg auf über 1,29 Dollar.

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,29

In den ersten Tagen nach dem Votum war das Pfund bis auf 1,31 Dollar abgesackt, konnte sich dann aber wieder etwas erholen und bis auf 1,35 Dollar steigen. Ähnlich sah die Entwicklung an anderen Märkten aus. Nun geht es wieder nach unten: Auch der Dax verlor mit dem sinkenden Pfund erneut an Boden.

Die Commerzbank verweist auf die anhaltenden politischen Unsicherheiten in Großbritannien. Führende Brexit-Befürworter haben das politische Feld geräumt. Es sei unklar, ob es tatsächlich zum Brexit kommen werde, sagten die Analysten. Immerhin habe sich Theresa May, die vermutlich nächste Premierministerin, für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. Allerdings habe May seit ihrer Kandidatur eine recht harte Linie in Bezug auf die Verhandlungen mit der EU angedeutet. "Die anhaltende Unsicherheit bleibt somit ein wesentlicher Belastungsfaktor für die britische Konjunktur und folglich für das Pfund", so die Analysten.

Euro ebenfalls angeschlagen

Dies habe auch Bank of England bestätigt, hieß es weiter. Laut BoE-Chef Mark Carney haben sich einige Risiken, die die BoE im Falle eines Brexits gesehen hatte, bereits manifestiert. Darunter falle sicherlich, dass bereits einige britische Vermögensverwalter gezwungen waren, ihre Immobilienfonds zu schließen, um weiteren Abflüssen Einhalt zu gebieten, so die Commerzbank.

Der Euro gab in diesem Umfeld ebenfalls nach - wenn auch nicht so stark wie das Pfund. Die Gemeinschaftswährung kostete am Mittwochmorgen 1,1050 Dollar. Am Tag nach dem Brexit-Referendum war der Kurs unter 1,10 Dollar gefallen.

Quelle: n-tv.de, kst/DJ/dpa

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