Wirtschaft

Bundesverdienstkreuz für Draghi CSU hat kein Verständnis für Ehrung

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Mario Draghi war zwischen 2011 und 2019 Vorsitzender der EZB.

(Foto: imago images/Xinhua)

Ende Januar bekommt Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die geplante Auszeichnung des früheren EZB-Präsidenten stößt bei der CSU auf Unverständnis: Draghis ultralockere Geldpolitik habe deutschen Sparern geschadet.

Die CSU hat die geplante Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi kritisiert. "Warum Herr Draghi das Bundesverdienstkreuz bekommen soll, ist ein Rätsel. Was ist der Verdienst von Herrn Draghi für unser Land?", sagte Generalsekretär Markus Blume der "Bild am Sonntag".

Draghi habe sich zwar zweifelsohne um Europa und die Stabilisierung der Eurozone verdient gemacht, aber der Preis, den die deutschen Sparer dafür zu zahlen hätten, sei groß. "Man muss sich vor Augen führen, dass nun ausgerechnet der Mann ausgezeichnet werden soll, der mit seiner Zinspolitik seit Jahren für eine Art schleichender Enteignung all jener steht, die vorausschauend zurückgelegt, gespart und für das Alter investiert haben! Wir haben Zweifel, ob die Auszeichnung von Herrn Draghi das richtige Signal an die deutschen Sparer ist."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will Draghi den Orden am 31. Januar im Schloss Bellevue in Berlin überreichen. Den Verdienstorden verleiht Deutschland an in- und ausländische Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale oder auch geistige Leistungen. Der Italiener Draghi war acht Jahre lang EZB-Chef in Frankfurt/Main. In seiner Amtszeit fiel der Leitzins 2016 auf den historischen Tiefststand von 0,0 Prozent. 2012 hatte seine ultralockere Geldpolitik während der Euro-Krise für eine Beruhigung der Märkte gesorgt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte Draghi für das Bundesverdienstkreuz nominiert. Die Gründe sind nicht bekannt, allerdings wurden auch Draghis Vorgänger Wim Duisenberg und Jean-Claude Trichet mit der Auszeichnung versehen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa