Wirtschaft

Streit um PapiertrinkhalmeCapri-Sun-Chef bezeichnet eigene Petition als "schlecht gemacht"

16.06.2026, 10:09 Uhr
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Capri-Sun ist für den Konsum unterwegs konzipiert und landet entsprechend oft in der Umwelt, so die Deutsche Umwelthilfe. (Foto: picture alliance / ABBfoto)

Seit Jahren kämpft der Hersteller des Trinkpäckchens Capri-Sun für eine Rückkehr des Plastiktrinkhalms. Dafür wollte das Unternehmen mit einer Online-Petition eine Million Unterschriften sammeln - kam aber nur auf weniger als 170.000.

Nach der gescheiterten Petition von Capri-Sun für eine Rückkehr zum Plastiktrinkhalm hat der langjährige Unternehmenschef Kritik geübt, das Ziel der Aktion aber verteidigt. "Die Petition war schlecht gemacht und falsch - das nur nebenbei", sagte Hans-Peter Wild, Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun Group Holding AG, der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Aber in der Sache macht die Forderung von Papiertrinkhalmen absolut keinen Sinn."

Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastiktrinkhalm mit einer entsprechenden Genehmigung der Europäischen Union. Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Pläne. Wegen eines Verbots der EU von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.

Verbraucherkritik am Papierhalm

Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papiertrinkhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe ihn deswegen bereits mehrfach überarbeitet.

"Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar", sagte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. "90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist." Besser wäre es daher, wenn der recycelbare Halm in der Capri-Sun bleibe und der Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne.

Umweltschützer: Bemühungen sind "Armutszeugnis"

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Halm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: aus dem Kunststoff Polypropylen. Capri-Sun wollte dazu mit einer Online-Petition eine Million Unterschriften sammeln, kam aber nur auf knapp 170.000.

Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor Kurzem: "Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis." Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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