Wirtschaft

Hersteller verkaufen wenigerChina und US-Zölle lasten bei VW und Mercedes auf dem Absatz

12.01.2026, 15:50 Uhr
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Die Absatzzahlen in den USA und in China fielen bei VW und Mercedes geringer aus als in den vergangenen Jahren. (Foto: picture alliance/dpa)

Jahrelang dominiert Volkswagen den chinesischen Markt. Doch damit ist es vorbei. Inzwischen sind die Wolfsburger nur noch Nummer 3. Auch Mercedes muss auf dem lukrativen Markt Federn lassen. Beide spüren zudem die US-Zölle in der Verkaufsbilanz.

Die Zölle von US-Präsident Donald Trump und die Schwäche in China machen Volkswagen und Mercedes zu schaffen. Der Absatz des größten europäischen Autobauers sank minimal und fiel damit erstmals seit den Corona-Jahren 2021 und 2022 wieder unter der Marke von neun Millionen Fahrzeugen, wie Volkswagen mitteilte. Bessere Geschäfte in Europa, Südamerika und anderen Märkten verhinderten ein noch stärkeres Minus. Der Konzern mit dem Stern lieferte weltweit nach eigenen Angaben 2,16 Millionen Autos und Kleintransporter aus - zehn Prozent weniger als 2024. Damit blieb BMW führender Hersteller im Premiumsegment trotz eines leichten Rückgangs auf 2,17 Millionen Fahrzeugen der Kernmarke.

In China verkaufte VW mit 2,7 Millionen Pkw gut acht Prozent weniger. Volkswagen ist in der Volksrepublik inzwischen nur noch der drittgrößte Autobauer hinter den einheimischen Herstellern BYD und Geely, nachdem das Unternehmen jahrelang den chinesischen Markt dominiert hatte. Die chinesischen Hersteller greifen vor allem mit Elektroautos an. Volkswagen hinkt hier hinterher, der E-Auto-Absatz schrumpfte im vergangenen Jahr um mehr als zwei Fünftel auf nur noch 115.500 Fahrzeuge.

VW-Konzernchef Oliver Blume setzt auf Kooperationen, um das E-Geschäft in Schwung zu bringen. In China arbeiten die Wolfsburger dazu mit Xpeng zusammen. Im laufenden Jahr sollen mehr als 20 neue Plug-In-Hybride und Elektroautos, darunter auch Versionen mit integriertem Benzingenerator, auf den chinesischen Markt gebracht werden. Bei Verbrennern bleibe der Konzern dagegen stark, sagte ein Sprecher, und komme auf einen Marktanteil von mehr als 22 Prozent. Mercedes brachte im vergangenen Jahr in Fernost 551.900 Autos an die Kunden. Damit blieb China der wichtigste Pkw-Einzelmarkt für den Dax-Konzern. Im Vorjahresvergleich ging der Absatz jedoch um fast ein Fünftel zurück.

In den USA sanken die Auslieferungen der Stuttgarter um zwölf Prozent auf 284.600 Autos. Mercedes misst beim Absatz den Verkauf von Fahrzeugen des Konzerns an die Händler. Bei den Kundenauslieferungen habe Mercedes hingegen um ein Prozent im US-Markt zugelegt, hieß es. Die Absätze in anderen Märkten, vor allem in Südamerika, legten zwar um 17 Prozent zu, mit knapp 100.000 verkauften Pkw fällt der Anstieg jedoch kaum ins Gewicht.

Volkswagen musste in den USA ein Absatzminus von mehr als zehn Prozent hinnehmen. Beide Hersteller bekamen somit die neuen US-Zölle zu spüren, die Importe verteuern. Volkswagen verfügt zwar über ein Werk in den USA, importiert aber mehrere wichtige Modelle der Marke Volkswagen aus Mexiko. Die Premiummarken Audi und Porsche sind beim Absatz vollständig auf Importe angewiesen. Zum anderen macht sich der Wegfall der Elektro-Förderung bemerkbar.

Deutlich besser liefen die Geschäfte dagegen im Rest der Welt. In Westeuropa legte der Absatz um 3,8 Prozent auf Jahressicht zu, getrieben von einem starken Elektroautogeschäft. Inzwischen liegt der Elektroautoanteil beim Volkswagen-Konzern in Europa bei mehr als einem Fünftel. Auch in Zentral- und Osteuropa, in Südamerika, Afrika und im Rest Asiens steigerte Volkswagen den Absatz kräftig.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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