Wirtschaft

Spionagevorwürfe ohne Grundlage Chinas Botschafter klagt über "Mobbing"

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Der chinesische Botschafter Wu Ken hat eine steigende Skepsis in Deutschland moniert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen Spionageverdachts steht nicht nur der Technikriese Huawei, sondern auch der chinesische Staat in der Kritik. Pekings Botschafter in Deutschland weist die Vorwürfe entschieden zurück und erklärt, dass sich chinesische Investoren hierzulande zunehmend diskriminiert fühlten.

Der neue chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, hat eine steigende Diskriminierung von Unternehmen seines Heimatlandes beklagt. "Die Skepsis bekommen chinesische Investoren sehr wohl zu spüren", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (Fas). "Dabei haben die Deutschen inzwischen 80 Milliarden Euro in China investiert, wir dagegen nur 11 Milliarden in Deutschland", sagte der Diplomat, der seit Ende März die Interessen seines Landes in Deutschland vertritt.

"Als ehemaliger außenpolitischer Berater des Gouverneurs von Guangdong weiß ich, wie viele ausländische Unternehmen allein in dieser Provinz investiert und chinesische Unternehmen zu 100 Prozent übernommen haben", sagte er. "Umgekehrt haben chinesische Investoren leider zunehmend Probleme auf dem europäischen und auch auf dem deutschen Markt", so Wu.

Mit Blick auf die "Neue Seidenstraße" erklärte er, dass sein Land damit "keine geopolitischen Absichten" verfolge. Die Initiative sei "in erster Linie ein wirtschaftliches Großprojekt zum Wohle aller". Mehr noch: Weil alle Teilnehmer gleichberechtigt seien, bezeichnete Wu das Projekt als "das größte Friedensprojekt der Gegenwart". Erst vor einer Woche hatte China in Peking eine internationale Konferenz zur "Neuen Seidenstraße" abgehalten. Dabei sind nach chinesischen Angaben Verträge in zweistelliger Milliardenhöhe unterzeichnet worden.

In dem Interview wehrt sich der chinesische Botschafter auch deutlich gegen Angriffe auf den Technologiekonzern Huawei. "Huawei ist ein privates unabhängiges Unternehmen. Der Vorwurf der verdeckten Spionage für den chinesischen Staat, wie ihn die Vereinigten Staaten aufgebracht haben, entbehrt jeder Grundlage", sagte er und bezeichnete die "weltweite Kampagne Amerikas gegen Huawei" als "politisch motiviert". Demnach sei es für die Vereinigten Staaten unerträglich, dass Huawei mit US-amerikanischen Konzernen technologisch gleichgezogen habe.

Die Spionagevorwürfe seien nichts anderes als "Mobbing gegen chinesische Tech-Unternehmen", betonte Wu. Die Beziehung von Huawei zur chinesischen Regierung sei "nicht enger als die von Volkswagen zur deutschen Politik". Beim deutschen Konzern sehe er gar weitaus größeren Einfluss der Politik: "VW ist zu 20 Prozent in staatlicher Hand. Die chinesische Regierung ist dagegen an Huawei mit keinem Cent beteiligt", erklärte Wu.

Quelle: n-tv.de, cri/DJ

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