Wirtschaft

14 Monate warten auf einen Audi Chipmangel bremst deutsche Autoproduktion

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Die Hersteller priorisieren Modelle, die eine vergleichbar hohe Gewinnmarge versprechen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Die Geduld von Neuwagenkäufern könnte auf unabsehbare Zeit strapaziert werden: Weil wichtige Chips fehlen, müssen auch deutsche Hersteller entscheiden, welche Modelle sie vorrangig produzieren. Wer ein E-Auto ordert, muss bei manchen Marken nicht ganz so lange warten.

Die Lieferzeiten für bestimmte Neuwagen werden immer länger, weil die Produktion aufgrund des Chipmangels stockt. Bei einzelnen Modellen gebe es mittlerweile Wartezeiten von bis zu 14 Monaten, berichtet die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr" in ihrer neuen Ausgabe. Aufgrund der Engpässe müssten die Hersteller entscheiden, welche Modelle sie produzieren und welche Bänder aktuell gestoppt werden. "Es wird gerade priorisiert, wo die Chips hingehen", zitierte die Zeitschrift Philipp Sayler von Amende, Chef der Online-Neuwagenbörse carwow.de.

Vor allem margenträchtige Modelle würden derzeit mit noch relativ kurzen Lieferzeiten angeboten. Darunter fielen auch Elektroautos. Bei diesen Baureihen liegen die Wartezeiten laut Bericht bei den üblichen ein bis zwei Monaten. Bei anderen Fahrzeugen beträgt die Lieferfrist bereits über ein Jahr. Zwischen 12 und 14 Monaten warten Kundinnen und Kunden derzeit auf die Audi-Modelle E-Tron GT und den Q4 E-Tron, den Dacia Spring und den Mercedes A 250 E. Acht oder neun Monate betragen die Lieferzeiten für Modelle wie den Citroën C4, Peugeot 3008, die BMW-Modelle I4 und IX, den Opel Zafira E Life, Audis E-Tron und das Model S von Tesla. Auf die VW-Modelle ID.3 und ID.4 müssten Käuferinnen und Käufer aktuell ein halbes Jahr lang warten.

"Auto Straßenverkehr" zitierte Marktbeobachter von AlixPartners mit der Einschätzung, dass der Halbleitermangel in diesem Jahr zu einem Ausfall von rund vier Mio. Neuwagen führen werde. Das hat demnach auch Auswirkungen auf die Rabatte bei Neuwagen: Ist die Nachfrage höher als das Angebot, verlieren Nachlässe ihre Bedeutung - ein Trend, der gerade feststellbar sei. Nach Jahren hoher Abschläge stagnieren demnach derzeit die Rabatte oder werden sogar zurückgefahren.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP

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