Wirtschaft

Klarheit bis Jahresende Conti schließt Kündigungen nicht mehr aus

123032213.jpg

Continental stellt etliches im Unternehmen auf den Prüfstand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autozulieferer Continental steckt mitten im Umbau. Die Verbrennungstechnologie verliert an Bedeutung. Wegen der weltweiten Handelskonflikte sei man zudem bereits mitten in der Krise. Deswegen könnten die Änderungen spürbar ausfallen. Keine Sparte werde länger durchgefüttert, sagt der Chef.

Continental wird wegen der schwachen Autokonjunktur und nachlassenden Nachfrage nach Verbrenner-Technologie mittelfristig wohl nicht um betriebsbedingte Kündigungen herumkommen. Einen solchen Schritt könne man "als letztes Mittel nicht ausschließen", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Rande der Automesse IAA in Frankfurt. Eine genaue "Zielzahl" zu möglicherweise betroffenen Werken oder Mitarbeitern lasse sich derzeit aber noch nicht nennen.

Continental
Continental 118,38

Die konjunkturelle Entwicklung sei kritisch. "Wir schlittern nicht in die Krise hinein, sondern befinden uns mittendrin. Es hilft nicht mehr, die Dinge schönzureden", betonte der Manager weiter. Priorität habe nun eine verantwortungsvolle Planung, betonte Degenhart: "Wir werden alle Hebel ziehen, um unsere Belegschaft zu schützen."

Der Konzern aus Hannover strebt einen Teilbörsengang oder - als "Plan B" - eventuell auch eine komplette Auslagerung seiner Antriebssparte an. Sie soll dann Vitesco heißen. Die klassische Technologie für Verbrenner habe es immer schwerer, während Komponenten etwa für die Elektromobilität an Bedeutung gewönnen. Daher versuche man, mehr Kollegen in die Richtung weiter zu qualifizieren, erklärte Degenhart. "Für Vitesco sehen wir den Bereich Elektrifizierung als Chance", sagte er.

Der Schwerpunkt liege zunehmend auf Elektronik, Sensorik und Software, immer weniger auf Mechanik und Hydraulik. Man habe die Möglichkeit, mehr an Produktwert zu verkaufen als auf der Verbrennerseite. Voraussetzung für einen erfolgreichen Teilbörsengang sei ein positives wirtschaftliches Umfeld 2020: "Vitesco unter Wert zu verkaufen, würde keinen Sinn machen."

Ein Komplettverkauf müsste zudem von der Hauptversammlung im Frühjahr 2020 abgesegnet werden. Conti werde die Verselbständigung von Vitesco weiter vorantreiben. "Wir wollen zudem bis Ende des Jahres Klarheit haben, wie unser Produktivitäts-Verbesserungsprogramm aussehen wird - auch im Interesse unserer Mitarbeiter." Klar sei: "Wenn Wettbewerbsprobleme existieren, werden wir mit Segmenten oder Standorten konsequenter umgehen als in den letzten Jahren, als wir es uns vielleicht leisten konnten, den einen oder anderen mit durchzufüttern."

Der Konzern präsentiert in diesem Jahr unter anderem ein neues Antriebssystem für Elektroautos, das Gewicht und Kosten drücken soll. Außerdem entwickelten die Hannoveraner einen sogenannten Nahbereichsradarsensor - dieser soll Unfälle vermeiden, die etwa beim Abbiegen geschehen. In manchen Städten hatte sich zuletzt die Zahl tödlicher Kollisionen abbiegender Lkw mit Radfahrern erhöht.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema