Wirtschaft

Überraschung im Dezember Corona vernichtet 9,4 Millionen US-Jobs

imago0108427895h.jpg

Mehr als neun Millionen Jobs gingen im vergangenen Jahr verloren - mehrheitlich wegen Corona.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Corona-Pandemie hat in den USA im vergangenen Jahr so viele Jobs vernichtet wie noch nie seit der Erhebung 1939. Nach einer Entspannung in den vergangenen Monaten gingen im Dezember wieder Stellen verloren. Einer der Gründe: das lange Ringe um weitere Konjunkturhilfen.

In den USA sind angesichts der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr so viele Jobs verloren gegangen wie seit Jahrzehnten nicht. Wie ein Bericht des Arbeitsministeriums zeigt, wurden landesweit 9,4 Millionen Arbeitsplätze gestrichen. Das war der größte Jobverlust in der Datenreihe, die 1939 begann. Der letztjährige Job-Verlust übertraf den Verlust von fünf Millionen Arbeitsplätzen 2009, während der durch den Immobilien- und Finanzcrash verursachten Rezession.

Nach sieben Monaten mit zum Teil extrem starken Zuwächsen büßte der US-Arbeitsmarkt im Dezember erstmals wieder Stellen ein. Laut US-Arbeitsministerium gingen in der Privatwirtschaft und beim Staat 140.000 Jobs verloren. Volkswirte hatten dagegen einen Zuwachs um 50.000 Jobs erwartet.

Das Jobwachstum hat sich zuletzt stark verlangsamt, da kaltes Wetter, steigende Covid-19-Infektionen und neue Einschränkungen für Unternehmen die Erholung von der Pandemie beeinträchtigen. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden indessen kumuliert um 135.000 Jobs nach oben revidiert: Das Ministerium meldete für November nun ein Stellenplus von 336.000 und für Oktober von 654.000.

Löhne auf Jahressicht gestiegen

Die separat erhobene Arbeitslosenquote verharrte im Dezember bei 6,7 Prozent, während Ökonomen einen Anstieg auf 6,8 Prozent erwartet hatten. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden. Die sogenannte Erwerbsquote - also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter - stagnierte bei 61,5 Prozent.

Die US-Stundenlöhne stiegen auf Montassicht um 0,8 Prozent auf 29,81 Dollar. Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Löhne um 5,1 Prozent höher.

Nach Ansicht von LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert hat "wohl vor allem die Sorge, ob sich der stark polarisierte US-Kongress noch vor Jahresende 2020 auf ein neues Konjunkturpaket zur Abmilderung der Pandemiefolgen würde einigen können, den Jobaufbau im Dezember signifikant ins Minus gedreht". Eine starke Belastung dürfte auch die drastisch gestiegene Zahl der Neuinfektionen gewesen sein.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.