Wirtschaft

BIP-Einbruch von zehn Prozent DIW erwarten keine schnelle Erholung

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Die Wirtschaft wird sich nach Ansicht des DIW nur sehr langsam erholen.

(Foto: imago images/Arvid Müller)

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des DIW im zweiten Quartal drastisch einbrechen. Und auch wenn es anschließend aufwärts geht - die Erholung wird langsam und lange dauern. Die Corona-Folgen für Export seien verheerend. Verbraucher blieben sehr zögerlich.

Das DIW-Institut erwartet einen Konjunktureinbruch von mehr als zehn Prozent für das laufenden Quartal in Deutschland und danach nur eine langsame Belebung. Das DIW-Konjunkturbarometer sei im Mai wegen der Corona-Krise auf ein Rekordtief von 20 Punkten gesunken, teilten die Berliner Forscher und Regierungsberater mit.

Mit den ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen nehme die Wirtschaft zwar etwas Fahrt auf. "Der Einbruch ist aber drastisch und eine vollständige Erholung wird sehr lange auf sich warten lassen", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. "Das Auslandsgeschäft dürfte angesichts der weltweit verheerenden Folgen der Corona-Pandemie wegbrechen und die Nachfrage vor allem nach Investitionsgütern schwach bleiben." Dies treffe die deutschen Exporteure stark.

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Zudem änderten die Verbraucher ihr Verhalten, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. "Dass Betriebe und Dienstleister Stück für Stück zum Normalbetrieb zurückkehren, ist das eine", sagte DIW-Experte Simon Junker. "Dass Produkte und Dienstleistungen aber wieder so nachgefragt sind wie vor Ausbruch der Pandemie, ist etwas ganz anderes." Viele Konsumenten seien verunsichert und würden sich mit größeren Anschaffungen zurückhalten – "zumal nicht wenige Menschen Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, weil sie etwa in Kurzarbeit oder arbeitslos sind".

Die GfK-Marktforscher hatten zwar jüngst ein leicht aufgehelltes Konsumklima in Deutschland festgestellt. Sie betonten aber auch, dass die Verunsicherung der Verbraucher weiter groß sei. Sinkende Konsumausgaben und schrumpfende Investitionen hatten die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal um 2,2 Prozent einbrechen lassen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts