Wirtschaft

Arbeitnehmer optimistisch Daimler-Aktionär Li ruft Bafin auf den Plan

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Was man bisher über Geely-Boss Li wisse, spreche für ihn, sagt ein IG-Metall-Vertreter.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Auf einen Schlag erwirbt Li Shufu fast zehn Prozent der Daimler-Aktien. Das weckt Zweifel, ob beim Kauf alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Allerdings hat ein anderer Autobauer schon positive Erfahrungen mit Li gemacht.

Mit seinem Überraschungs-Einstieg als größter Aktionär beim Autobauer Daimler wirft Geely-Gründer Li Shufu weiter viele Fragen auf. Unter anderem die Arbeitnehmervertreter im Daimler-Aufsichtsrat kündigten an, das Engagement des chinesischen Auto-Konzerns genau unter die Lupe zu nehmen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) untersucht, ob beim Einstieg Lis die finanzaufsichtlichen Meldeschwellen eingehalten wurden.

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"Wie in anderen vergleichbaren Fällen sehen wir uns natürlich an, ob die Stimmrechtsveränderungen bei Daimler rechtzeitig gemeldet wurden", erklärte Pressesprecherin Anja Schuchhardt in einem schriftlichen Statement. Zwar war zuvor bekannt, dass die Geely-Gruppe Interesse an Daimler hat. Dass Li es schafft, aus dem Stand größter Aktionär mit einem Anteil von fast zehn Prozent zu werden, ohne dass es vorher bekannt wird, hatte dann aber für Überraschung gesorgt.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hatte sich zuvor besorgt wegen des Einstiegs von Investor Li beim Stuttgarter Autobauer geäußert. "Das muss man besonders aufmerksam beobachten", sagte sie am Rande einer Pressekonferenz in Berlin. Li habe offenbar die Daimler-Anteile unter Umgehung der Meldeschwellen erworben. Wer unter Umgehung der Vorschriften Aktienpakete gekauft habe, so Zypries, müsse sie gegebenenfalls zurückgeben. "Da müssen die jetzt mal ran", verlangte sie mit Blick auf die Bafin.

Li kommt Dienstag ins Kanzleramt

Medienberichten zufolge sollte Li am Montag in Stuttgart Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche treffen und am Dienstag ins Kanzleramt in Berlin kommen - auch dies blieb jedoch unbestätigt. Der chinesische Milliardär war vergangene Woche mit knapp zehn Prozent der Anteile bei Daimler eingestiegen und damit auf einen Schlag größter Einzelaktionär des Stuttgarter Autobauers geworden.

Die Aufsichtsräte der Arbeitnehmerseite kündigten an, sich intensiv damit auseinanderzusetzen, welche Auswirkungen der Schritt für das Unternehmen insgesamt sowie die Sicherheit von Standorten und Arbeitsplätzen in Deutschland hat, hieß es in einer Stellungnahme. "Unsere Erwartung gegenüber Li Shufu ist, dass er langfristiges Interesse an Daimler hat und unser Unternehmen gemeinsam mit den Beschäftigten weiterentwickeln will."

Positive Erfahrungen bei Volvo

"Natürlich werden wir uns als Arbeitnehmervertreter damit beschäftigen - egal wer da kommt", sagt IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger, der ebenfalls für die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sitzt. "Wir wollen keinen Finanzinvestor mit kurzfristigen Zielen, sondern jemanden, der uns auf der langen Strecke begleitet." Das, was man von Geely wisse, spreche bisher auch dafür. "Geelys Einstieg bei Volvo war nie schädlich. Generell gibt es bisher eher positive Erfahrungen mit chinesischen Investoren, sie treten mit langfristigen Interessen auf", sagte Zitzelsberger. "Und mit zehn Prozent Beteiligung ist Geely zwar der größte Einzelaktionär, aber kein Alleinentscheider."

Beim Lkw-Bauer Volvo in Schweden führte der Deal zu personellen Konsequenzen. Håkan Samuelsson werde im April den Aufsichtsrat verlassen, teilte die Volvo Group mit. Samuelsson ist zugleich Vorstands-Chef beim rechtlich selbstständigen Autobauer Volvo Cars, der nur Pkw anbietet und von Geely kontrolliert wird. Daimler und der Lkw-Bauer Volvo sind direkte Konkurrenten bei Lastern und Bussen. Es sei nicht wünschenswert, dass jemand Einsicht in beide Unternehmen habe, hieß es.

Zu dem angeblich geplanten Gespräch zwischen Li Shufu und dem Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel, Lars-Hendrik Röller, wollte die Bundesregierung keine Auskunft geben. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte lediglich, bei dem Erwerb der Daimler-Aktien handele es sich um eine "unternehmerische Entscheidung". Der Berater der Kanzlerin führe zahlreiche politische Gespräche mit Wirtschaftsvertretern. "Zu konkreten Terminen geben wir grundsätzlich keine Auskunft."

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/rts/DJ

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