Wirtschaft

Kein "langer Abschwung" Daimler-Chef erwartet baldige Trendwende

Schlechte Nachrichten in Serie prägen den Start von Ola Källenius an der Daimler-Spitze. Doch die Strategie, wie er den Stuttgarter Autokonzern zurück in die Erfolgsspur führen will, bleibt der Schwede auch nach 100 Tagen im Amt schuldig. Stattdessen beschwichtigt er: Besserung sei in Sicht.

Trotz sich eintrübender Konjunkturaussichten sieht Daimler-Chef Ola Källenius keinen langfristigen Einbruch auf dem Automarkt. "Wir sehen den globalen Automobilmarkt nicht in einem lang anhaltenden Abschwung", sagte Källenius der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche"

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Und weiter: "Es stimmt, die weltweite Pkw-Nachfrage hat sich 2019 abgeschwächt. Nach den starken Vorjahren und angesichts der schwächeren wirtschaftlichen Wachstumsdynamik kommt das aber nicht völlig überraschend." Und Källenius fügte hinzu: "Für Mercedes-Benz Cars erwarten wir im zweiten Halbjahr bereits eine Trendwende. Und langfristig überwiegen eindeutig die Chancen."

Innerhalb kurzer Zeit hatte Källenius mehrfach die Ziele für das laufende Jahr unter anderem wegen  Rechtsstreitigkeiten und Rückrufe unter anderem im Zusammenhang mit dem Dieselskandal nach unten korrigieren müssen. "Die Zahlen sind alles andere als zufriedenstellend", hatte Källenius ohne Umschweife zugegeben und Besserung versprochen.

Masterplan im November erwartet

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Ola Källenius feilt in Ruhe an einer neuen Strategie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ende August lief die 100-Tage-Schonfrist für den Schweden ab. Den Masterplan, wie er den schwächelnden Autobauer zurück zum Erfolg führen will, ist der im Mai angetretene Nachfolger von Langzeit-Chef Dieter Zetsche aber bislang schuldig geblieben. Ein Maßnahmenbündel für die kommenden Jahre will Källenius nach eigenen Worten Mitte November vorlegen.

Branchenanalyst Arndt Ellinghorst von der Investmentberatung Evercore ISI hält das für einen "angemessenen Zeitplan". Man solle nicht vergessen, dass sowohl Källenius als Vorstandschef als auch Finanzvorstand Harald Wilhelm neu auf dem Posten seien. "Die Lage der deutschen Premiumhersteller ist sehr bedenklich - da sollte sich Daimler genügend Zeit nehmen, einen nachhaltigen Plan zu entwickeln."

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ/dpa

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