Wirtschaft

Warnung vor weiteren Kosten Daimler-Gewinn geht im Diesel-Rauch auf

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Daimler musste auf behördliche Anweisung bei Zehntausenden Pkw nachbessern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autobauer Daimler muss wegen der Diesel-Affäre viele seiner Autos nachrüsten. Das kostet Geld. Das operative Ergebnis des Konzerns halbiert sich - und es sind längst nicht alle Kosten berücksichtigt.

Der Autohersteller Daimler warnt vor zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal. Zugleich melden die Stuttgarter für das vergangene Jahr einen herben Gewinneinbruch. Allein die zusätzlichen Aufwendungen für behördliche und gerichtliche Verfahren sowie Maßnahmen für Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge bezifferte der Dax-Konzern auf 1,1 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro. Die Belastungen dürften sich im Wesentlichen bei Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans auswirken.

Für das abgelaufene Gesamtjahr meldete der Konzern überraschend ein operatives Ergebnis (Ebit) von 5,6 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor war mit 11,1 Milliarden Euro operativ doppelt so viel hängen geblieben. In dem nun gemeldeten Ergebnis seien allerdings die zusätzlichen Belastungen aus der Dieselthematik noch nicht enthalten, hieß es weiter. Analysten hatten mit einem Ebit von 7,6 Milliarden Euro gerechnet.

Alleine im Kerngeschäft mit Mercedes-Benz-Premiumwagen ist das Ebit laut Mitteilung auf 3,7 Milliarden von 7,2 Milliarden Euro eingebrochen - und das trotz eines Absatzzuwachs. Die Umsatzrendite liege nur noch bei 4,0 nach 7,8 Prozent im Vorjahr. Im Van-Geschäft werde der Verlust wegen der Diesel-Aufwendungen noch höher ausfallen als die jetzt bekannt gegebenen 2,4 Milliarden Euro.

Die komplette Bilanz legt Daimler am 11. Februar vor. Angesichts der hohen Kosten auch in anderen Bereichen, vor allem beim Anlauf der Produktion von Elektroautos und der Entwicklung des automatisierten Fahrens, hat Vorstandschef Ola Källenius dem Konzern ein Sparprogramm verordnet. Bis Ende 2022 will er allein beim Personal rund 1,4 Milliarden Euro einsparen und dafür wohl mehr als 10.000 Stellen streichen. Außerdem sollen die Investitionen gedeckelt werden.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ