Wirtschaft

Mercedes soll profitabler werden Daimler zückt Rotstift und neue Preisschilder

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Bei Mercedes soll die Rendite krisenfester werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autobauer Daimler stellt bei der Pkw-Tochter die Kosten auf den Prüfstand. In den nächsten fünf Jahren sollen sie um ein Fünftel sinken. Durch gleichzeitig neue Preise erwartet der Konzern mehr Gewinn. Bereits ab kommendem Jahr rollen vier E-Autos aus dem neuen Baukasten-System zu den Händlern.

Daimler will bei seiner Pkw-Tochter Mercedes-Benz mit weniger Ausgaben und Investitionen die Rendite in den kommenden Jahren stabilisieren. "Wir werden die Strukturkosten angehen und wollen eine starke und nachhaltige Profitabilität erreichen", erklärte Konzern-Chef Ola Källenius, der auch Vorstandschef der Mercedes-Benz AG ist, bei einer Strategiekonferenz. Bis 2025 sollen die Fixkosten durch den Abbau von Kapazitäten und Personalkosten um mehr als ein Fünftel im Vergleich zu 2019 sinken.

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Auch Investitionen und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen um mehr als ein Fünftel zurückgefahren werden. Variable Kosten sollen zugleich jährlich um ein Prozent sinken. Zugleich will Mercedes-Benz höhere Preise durchsetzen und mehr wiederkehrende Umsätze erzielen.

So peilt Mercedes eine Milliarde Euro operatives Ergebnis von digitalen Diensten bis 2025 an. "Bis 2025 strebt die Mercedes-Benz AG eine Umsatzrendite im mittleren bis hohen einstelligen Prozent-Bereich an, die sogar unter ungünstigen Bedingungen erreicht werden soll", teilte das Unternehmen weiter mit. In einem starken Marktumfeld sei eine zweistellige Rendite die Zielmarke.

Bei der Investorenkonferenz will Källenius die künftige, ganz auf Luxus und Elektrifizierung setzende Produktstrategie erläutern. Die Marke mit dem Stern habe in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht und die Position als weltweit führende Premiummarke errungen. "Aber wir haben bei der Umwandlung der Absatzerfolge in Gewinnzuwächse noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft", erklärte der Daimler-Chef.

Deshalb werde die Strategie jetzt neu justiert. "Entscheidend ist, dass wir unsere Stärke als Luxusmarke nutzen, um ökonomischen Wert zu schaffen, die Positionierung unseres Produktportfolios erhöhen und den Produktmix verbessern." Das gesamte Fahrzeugangebot solle elektrifiziert werden.

Die Entwicklung von Elektroantrieben und Fahrzeug-Software soll beschleunigt werden. Dabei will sich Mercedes darauf konzentrieren, die Reichweite des Elektroantriebs zu steigern und ihn kostengünstiger zu machen. Ab 2021 soll es vier neue Fahrzeuge auf der neuen Elektro-Plattform EVA geben, nämlich jeweils eine Limousine und ein SUV der beiden teuersten Baureihen S- und E-Klasse. Auch die Luxus-Nischenmarken AMG, Maybach und G sollen elektrifiziert, ihr Absatz nach oben getrieben werden, um "substanzielles" Gewinnwachstum zu erreichen.

Daimler bekräftigte das Ziel, bis 2030 mehr als 50 Prozent des Absatzes mit E-Autos zu bestreiten. Zugleich wird der Abschied vom Verbrenner vorangetrieben: Die Investitionen in Verbrennungsmotoren sollten "schnell zurückgehen und die Zahl der Varianten bis 2030 um 70 Prozent reduziert" werden, erklärte Entwicklungschef Markus Schäfer.

Quelle: ntv.de, jwu/rts