Wirtschaft

Zuwachs von 6,2 Prozent Deutsche Maschinen sind Exportschlager

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Dieses Jahr liegt der Umsatz der in Deutschland hergestellten Maschinen bei 224 Milliarden Euro - nächstes Jahr soll er auf 230 Milliarden steigen.

(Foto: imago/Marius Schwarz)

Die Maschinenbauindustrie bleibt durch eine gestiegene Nachfrage aus dem Ausland im Aufschwung - der Umsatz soll im kommenden Jahr sogar weiter steigen. Im Inland hofft man nun auf ein Ende des Investitionsstaus.

Die Maschinenbauer blicken positiv ins kommende Jahr. Vor allem die gestiegene Auslandsnachfrage nach Anlagen "made in Germany" lässt den Umsatz dieses Jahr wohl auf 224 Milliarden Euro wachsen, wie der Verband der Maschinenbauindustrie VDMA mitteilte. Im kommenden Jahr soll der Umsatz auf 230 Milliarden Euro steigen. Allerdings warnte der VDMA vor Risiken durch die Tarifverhandlungen sowie den Brexit.

In den ersten drei Quartalen des Jahres waren dem VDMA zufolge drei von vier Maschinen für den Export bestimmt. Die Ausfuhren brachten 124,4 Milliarden Euro ein, ein Zuwachs von real 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 46,5 Prozent der Exporte gingen in die Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Großbritannien. Im Vereinigten Königreich, dem viertgrößten Exportmarkt, sanken die Ausfuhren wegen des Brexits um 4,5 Prozent.

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker forderte von den Brexit-Verhandlern in Brüssel, dass sie die Handels- und Wirtschaftsthemen rasch klären. Eine Zollunion wäre seiner Ansicht nach der "geeignetste Weg". Anderenfalls drohten den deutschen Exporteuren Zölle in dreistelliger Millionenhöhe.

Inlandsbestellungen sollen wieder zunehmen

Die chinesische Nachfrage nach deutschen Maschinen stieg in den ersten neun Monaten 2017 unverhofft um 24 Prozent im Vorjahresvergleich. Der VDMA erwartet aber nicht, dass der Markt dieses Wachstumstempo beibehält.

Im Inland gebe es Hoffnungen auf ein Ende des Investitionsstaus. "Viele der älteren Maschinen und Anlagen im Markt dürften die fortschreitende Digitalisierung nicht hinreichend meistern", erklärte Welcker. Das mache Hoffnungen, dass auch die Inlandsbestellungen wieder Fahrt aufnehmen. Allerdings müssten Politik und Tarifparteien dafür die richtigen Weichen stellen. Dazu gehörten schnelle Internetnetze, Steuergutschriften für Forschungsausgaben, sowie eine an den Unternehmen ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik.

Zu den Forderungen der Gewerkschaft IG-Metall in den laufenden Tarifverhandlungen erklärte Welcker, sie würden dem Mittelstand "erheblichen Schaden" zufügen. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn für die knapp vier Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie - davon arbeitet eine Million im Maschinenbau. Außerdem will die Gewerkschaft einen Rechtsanspruch auf die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche durchsetzen, bei teilweisem Lohnausgleich für bestimmte Beschäftigtengruppen.

Quelle: ntv.de, lri/AFP

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