Wirtschaft

Dank Sonderkonjunktur in China Deutscher Export setzt Aufholjagd fort

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Die heimische Automobilbranche spürt den chinesischen Aufschwung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz des erneuten Lockdowns kann die Wirtschaft offenbar glimpflich aus dem Krisenjahr 2020 herausgehen. Im November verzeichnet der Export zum siebten Mal infolge ein Plus zum Vormonat. Deutschland profitiert dabei von der steigenden Nachfrage aus China.

Die deutschen Exporte sind im November ungeachtet der zweiten Corona-Welle mit verschärften Beschränkungen bei vielen Handelspartnern bereits den siebten Monat in Folge gewachsen. Besonders das boomende China-Geschäft ließ die Ausfuhren um unerwartet kräftige 2,2 Prozent zum Vormonat steigen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 0,8 Prozent gerechnet, nach 0,9 Prozent im Oktober. Trotz der Aufholjagd blieben die Ausfuhren um 4,7 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

Für das Corona-Jahr 2020 zeichnet sich insgesamt ein deutlicher Rückgang ab. In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres sanken die Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent auf 1103,9 Milliarden Euro. Der Branchenverband BGA rechnete zuletzt mit einem Exportrückgang von mindestens zwölf Prozent im Gesamtjahr. Im Jahr 2019 hatte Europas größte Volkswirtschaft noch Waren im Wert von mehr als 1,3 Billionen Euro exportiert.

"Offenbar ist die Wirtschaft im vierten Quartal trotz Lockdown mit weniger als einem blauen Auge davongekommen", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. "Vor allem die Exporte nach China boomen", nannte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, einen Grund dafür. Diese wuchsen um 14,3 Prozent zum November 2019 auf 9,3 Milliarden Euro. "China profitiert von einer Corona-Sonderkonjunktur", erklärte Gitzel.

Die Nachfrage nach deutschen Autos steige dort, während auch deutsche Maschinenbauer mit ihren Produkten gefragt seien. "Einmal mehr zeigt sich: Geht es China gut, profitiert Deutschland", sagte der Ökonom. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich das Auslandsgeschäft weiter belebt. Die exportabhängige Industrie sammelte sieben Monate in Folge mehr Aufträge aus dem In- und Ausland ein, wobei die Nachfrage aus der Euro-Zone zuletzt besonders deutlich zulegte.

Auch Importe holen auf

Die von vielen Experten vorausgesagte Erholung der Weltwirtschaft vom Rezessionsjahr 2020 dürfte den Exporteuren ebenfalls in die Karten spielen. Die Importe wuchsen im November um 4,7 Prozent und liegen nur noch um 0,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Februar. Derweil steigerten die Unternehmen ihre Produktion auch angesichts der praller als vor Krisenausbruch im Februar 2020 gefüllten Auftragsbücher in der Industrie. Die gesamte Produktion - Industrie, Bau und Energieversorger zusammen - zog laut Bundeswirtschaftsministerium um 0,9 Prozent zum Vormonat an. Hier hatten Ökonomen 0,7 Prozent erwartet, nach 3,4 Prozent im Oktober.

"Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt angesichts des Pandemiegeschehens und des verschärften Lockdowns zwar verhalten, aber die Auftragslage und die Stimmung in den Unternehmen haben sich zuletzt verbessert", so das Ministerium. "Dies spricht dafür, dass die Industrie anders als im Frühjahr letzten Jahres von den Maßnahmen weniger stark betroffen ist."

Die Produktionserwartungen der Industrie für die kommenden Monate haben sich zuletzt etwas eingetrübt. Das entsprechende Barometer fiel im Dezember auf 4,5 Punkte, nach 5,6 im November, wie aus der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts hervorgeht. "Das Bild in den Branchen ist dabei sehr differenziert. Produktionskürzungen sind jedoch eher selten vorgesehen", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts