Wirtschaft

Trotz Corona-Neuverschuldung Deutschland bleibt ein Top-Schuldner

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Ein "Triple-A" vergeben Ratingagenturen nur an besonders kreditwürdige Staaten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Fitch hat auch die dritte führende Ratingagentur Deutschlands Spitzenbonität bestätigt. Als Grund verweist die Agentur vor allem auf die starken Konjunktur-Stimuli der Regierung. Eine Herabstufung hätte die Schuldenaufnahme für den Bund teurer gemacht.

Deutschland kann im kostspieligen Kampf gegen die Corona-Krise weiter auf seine Spitzenbonität setzen. Nach Standard and Poor's und Moody's hat mit Fitch auch die dritte führende Ratingagentur die deutsche Top-Note AAA bestätigt. Dabei verwies sie auf eine starke politische Reaktion, um den wirtschaftlichen Auswirkungen der Virus-Pandemie zu begegnen.

Die Agentur erwartet, dass das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr bereits deutlich zurückgehen wird, wenn sich die Wirtschaft erholt und die vorübergehenden fiskalischen Maßnahmen auslaufen. Fitch bekräftigte daher auch den stabilen Ausblick für Europas größte Volkswirtschaft - trotz der hohen Staatsausgaben zur Bewältigung der Krise. Deutschland hat damit weiter beste Voraussetzungen, um zu günstigen Bedingungen Geld am Finanzmarkt aufzunehmen.

Größter Konjunktureinbruch der Nachkriegszeit

In diesem Jahr rechnet Fitch mit einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft von 6,7 Prozent. Die Bundesregierung geht von einem Minus von 6,3 Prozent aus. Es wäre der größte Konjunktureinbruch in der Nachkriegszeit. 2021 soll es der Regierungsprognose zufolge dann aber wieder ein Wachstum von 5,2 Prozent geben.

Das Kabinett hatte am Freitag die ersten Maßnahmen aus dem insgesamt 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket - steuerliche Entlastungen und Mittelstandshilfen - auf den Weg gebracht, um Deutschland aus der Krise zu steuern.

Im Falle einer Herabstufung hätten Investoren einen höheren Risikoaufschlag verlangen können, wenn sie dem deutschen Staat Geld leihen, was wiederum für den Bund mehr Zinskosten verursachen würde.

Finanzminister Olaf Scholz rechnet durch das milliardenschwere Konjunkturpaket mit einer deutlich steigenden Verschuldung. Im Zuge der Rettungspakete im März hatte er schon mit einer Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von mindestens 75 Prozent gerechnet. "Das wird jetzt ein bisschen mehr", sagte der SPD-Politiker räumte er zuletzt ein. Aktuell liegt die Quote bei knapp 60 Prozent und damit im Rahmen der EU-Vorgaben.

Quelle: ntv.de, ddi/rts