Wirtschaft

Dow deutlich im MinusTrumps neue Zölle belasten die Wall Street

23.02.2026, 23:05 Uhr
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Traders work on the floor at the New York Stock Exchange (NYSE) in New York City, U.S., February 9, 2026. REUTERS/Brendan McDermid (Foto: REUTERS)

Die US-Aktienmärkte starten mit deutlichen Verlusten in die Woche. Das leidige Thema Zölle ist nicht vom Tisch, nachdem Trump neue Einfuhrabgaben angeordnet hat. Zudem wächst die Angst vor Verwerfungen, die KI in vielen Branchen auslösen könnte.

Neue Zoll-Unsicherheiten und Angst vor Verwerfungen durch Künstliche Intelligenz (KI) haben zum Wochenstart die US-Aktienmärkte belastet. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,7 Prozent auf 48.804 Punkte. Der S&P-500 schloss 1 Prozent niedriger, und der Nasdaq-Composite büßte 1,1 Prozent ein.

Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump für unrechtmäßig erklärt hatte, verhängte Trump im Anschluss neue Zölle. Er beruft sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und erhebt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent, der zunächst 150 Tage eingesetzt werden kann, um außenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren.

"Das fügt der Zollgeschichte eine neue Ebene der Unsicherheit hinzu. Wenn die Zoll-Politik diesen Weg weitergeht, könnten wir Ende des Jahres durchaus wieder vor dem Obersten Gerichtshof stehen", sagte Michael Landsberg, Chief Investment Officer bei Landsberg Bennett Private Wealth Management. Volkswirte der Deutschen Bank wiesen darauf hin, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag zu verstehen gegeben habe, dass bereits vereinbarte Handelsabkommen in Kraft bleiben und nicht dem neuen höheren Zollsatz unterliegen würden.

Daneben nährte ein Analystenkommentar die Angst vor den disruptiven Einflüssen der KI. Citrini Research hatte am Wochenende ein hypothetisches Szenario veröffentlicht, in dem KI die Wirtschaft in naher Zukunft negativ beeinflusst. Die Analysten nannten darin zahlreiche Unternehmen verschiedenster Branchen, deren Geschäftsmodell sie bedroht sehen. Die dazugehörigen Aktien gerieten am Montag unter Druck, darunter die von Softwareunternehmen wie Applovin (-9,1%) oder Intuit (-5,5%), aber auch der Kreditkartengesellschaften American Express (-7,2%), Mastercard (-5,7%) und Visa (-4,6%) sowie des Essenlieferdiensts Doordash (-6,6%). IBM belasteten den Dow Jones mit einem Minus von 13,1 Prozent.

Die Berichtssaison legte derweil eine Pause ein. Das Highlight dürften die Ergebnisse von Nvidia für das vierte Quartal sein, die am Mittwoch nach Handelsende bekannt gegeben werden. Allgemein wird mit neuerlichen Rekordzahlen gerechnet. Doch im Fokus stehen der Ausblick sowie die Investitionen. Zuletzt hatten bei anderen großen Technologie-Konzernen vor allem die hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) zu Abgabedruck geführt. Die Aktie gewann 0,9 Prozent.

Übernahmefantasien beflügeln Paypal

Für die Aktie von Eli Lilly ging es um 4,8 Prozent nach oben. Auslöser war die Nachricht, dass der experimentelle Gewichtssenker Cagrisema von Novo Nordisk in einer direkten klinischen Studie nicht den Erfolg des Eli-Lilly-Präparats Zepbound übertreffen konnte.

Arcellx haussierten um 77,4 Prozent auf 113,76 Dollar. Gilead Sciences gab bekannt, das Biotechnologieunternehmen für 115 Dollar pro Aktie in bar zu kaufen, was einem impliziten Eigenkapitalwert von 7,8 Milliarden Dollar entspricht. Die Investoren von Arcellx erhalten außerdem nicht übertragbare bedingte Wertrechte von bis zu 5 Dollar pro Aktie. Die Aktien von Gilead fielen um 1 Prozent.

Übernahmefantasien verhalfen Paypal zu einem Plus von 5,8 Prozent. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Zahlungsdienstleister Gespräche mit Banken geführt, nachdem er unaufgeforderte Angebote möglicher Käufer erhalten hatte. Mindestens ein großer Konkurrent interessiere sich für das gesamte Unternehmen, während einige andere Interessenten nur an bestimmten PayPal-Vermögenswerten interessiert seien, so Bloomberg.

Der Dollar gab leicht nach. Der Dollar-Index verlor 0,1 Prozent. Die Entscheidung des Supreme Court, die meisten Zölle von Präsident Trump zu kippen, sei negativ für den Dollar, da sie politische Unsicherheit schaffe, schrieb Derek Halpenny von der MUFG Bank. Die Trump-Regierung könnte zudem angesichts des Rückschlags bei den Zöllen ihren Wunsch nach einem schwächeren Dollar stärker vorantreiben, um die Exporte anzukurbeln, meinte er.

Der Goldpreis kletterte derweil über die Marke von 5200 Dollar je Feinunze. Trumps neuer Zoll von 15 Prozent habe den Dollar nachgeben lassen, was die Kauflaune beflügelt habe, so die Analysten von ANZ. "Dies wurde durch die Aussicht begünstigt, dass das US-Finanzministerium die von den Importeuren gezahlten Abgaben erstatten muss." Zudem hielt die Unsicherheit über die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Märkte weiterhin in Atem und stützte die Nachfrage nach "sicheren Häfen". Die Ölpreise gaben leicht nach. Hier drückten Nachrichten über eine neue Runde von Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran und die wachsende Unsicherheit über die Zölle von Präsident Trump, wie es hieß.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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