Wirtschaft

"Mut und Belastbarkeit" Draghi will vorerst nicht eingreifen

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Draghi: Haben noch nicht genügend Informationen für Entscheidungen.

(Foto: REUTERS)

Die EZB will der Wirtschaft in der Eurozone wieder auf die Beine helfen. Behördenchef Draghi will dafür alle Register ziehen – aber erst, wenn es nötig wird. Die Märkte bewiesen jetzt eindrucksvoll, wie widerstandsfähigkeit sie seien.

Die Europäische Zentralbank will trotz gestiegener Konjunkturrisiken nach dem Brexit-Votum ihr Pulver trocken halten. "Wir kamen zum Schluss, dass wir noch nicht genügend Informationen haben, um Entscheidungen zu treffen", sagte EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt. Die Notenbank werde weiter abwarten und die Entwicklung an den Finanzmärkten und die Konjunktur genau beobachten.

Erst in den kommenden Monaten will die EZB beurteilen, wie es um die Wirtschaft im Währungsraum bestellt ist. Erst dann sei eine Beurteilung sinnvoll, so Draghi. "Wenn es zur Erreichung der Ziele gerechtfertigt ist, wird der EZB-Rat handeln, indem er alle verfügbaren Instrumente innerhalb seines Mandats einsetzt."

Bis dahin werden die Währungshüter die Leitzinsen nicht antasten. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Notenbankgeld liegt damit weiter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Ihre monatlichen Wertpapierkäufe will die EZB wie geplant bis mindestens Ende März 2017 oder wenn nötig auch länger fortsetzen.

Zudem bekräftigten Draghi & Co., dass die Leitzinsen voraussichtlich für längere Zeit auf dem aktuellen oder sogar einem noch tieferen Niveau liegen werden.

Märkte sind belastbar

Das Brexit-Votum hat nach Einschätzung von Draghi die Wirtschaft in der Euro-Zone nicht aus der Bahn geworfen. Die Finanzmärkte seien der erhöhten Unsicherheit und Volatilität mit "Mut und Belastbarkeit" begegnet. Vorliegende Daten würden ein anhaltendes Wirtschaftwachstum im Währungsraum im zweiten Quartal signalisieren. Allerdings dürfte es geringer ausfallen als zu Jahresbeginn. Auswirkungen auf die Inflationsaussichten scheine das Brexit-Referendum nicht gehabt zu haben.

Die Briten hatten am 23. Juni für einen EU-Austritt ihres Landes gestimmt und damit zeitweise Schockwellen an den Finanzmärkten ausgelöst. Mehr Daten zu den Auswirkungen dürften Draghi & Co im September haben. Dann werden ihnen zur Zinssitzung neue Inflations- und Wachstumsprognosen der Notenbank-Volkswirte vorliegen.

Quelle: n-tv.de, ppo/rts

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