Wirtschaft

Kult-Marke zwischen den Fronten EU-Strafzölle bringen Harley ins Stottern

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Der US-Motorradbauer Harley-Davidson wird wegen der EU-Strafzölle bei seiner Margenprognose vorsichtiger.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der von US-Präsident Donald Trump forcierte Handelsstreit mit der EU bremst den Erfolgskurs von Harley-Davidson. Der Motorradbauer ächzt unter Strafzöllen aus Europa und steht zugleich im Visier des zornigen Trump. Entsprechend ernüchternd sind die Quartalszahlen.

Die EU-Strafzölle auf US-Motorräder schmälern die Gewinne von Harley-Davidson. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum fiel der Nettogewinn um mehr als sechs Prozent auf 242 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Sitz in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin mitteilte. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar. Analysten hatten noch deutlich stärkere Rückgänge befürchtet.

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Im zweiten Quartal verkaufte das Unternehmen deutlich weniger Maschinen, hielt aber an seiner Absatzprognose fest. Demnach lieferte es im abgelaufenen Quartal weltweit 78.428 Maschinen aus, 3,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das war auf einen deutlichen Rückgang in den USA zurückzuführen, während der internationale Absatz leicht zulegte.

Im laufenden Jahr will Harley-Davidson trotz des Rückgangs 231.000 bis 236.000 Motorräder ausliefern. Im dritten Quartal sollen es 45.500 bis 50.500 werden. Die Investitionen werden bei 250 bis 270 Millionen US-Dollar gesehen.

Alte Kunden und Trump belasten

Die erwartete weitere Schwächung der Ertragskraft ist nach Angaben des Managements auf die neuen Vergeltungszölle der EU zurückzuführen, die neben Motorrädern auch Erdnussbutter und Whiskey betreffen. Sie sind eine Reaktion der Europäer auf vorher verhängte Abgaben der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte.

Harley ist in dem Handelsstreit zwischen die Fronten geraten. Wegen der EU-Zölle will der US-Konzern die Produktion für den europäischen Markt ins Ausland verlagern.

Damit zog er den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich, der das Unternehmen zu einem Symbol seiner protektionistischen "America first"-Politik machen wollte. Trump drohte dem 115 Jahre alten US-Traditionsunternehmen bei Twitter mit dem "Anfang vom Ende" und kündigte an: "Sie werden besteuert wie nie zuvor!".

Wie wichtig das internationale Geschäft für den Hersteller ist, zeigte sich an den Quartalszahlen. Während die Motorrad-Verkäufe im US-Heimatmarkt um 6,4 Prozent schrumpften, gab es im Ausland immerhin ein kleines Plus von 0,7 Prozent. Harley-Davidson kämpft schon länger mit sinkender Nachfrage, als Problem gilt unter anderem die alternde US-Stammkundschaft.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP/DJ

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