Wirtschaft

EEG-Umlage und Stromsteuer weg Eon-Chef Teyssen will billigere Energie

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Johannes Teyssen ist seit Mai 2010 Vorstandsvorsitzender von Eon.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eon-Chef Teyssen findet die Klima-Pläne von EU-Kommissionpräsidenten von der Leyen "extrem herausfordernd", aber richtig. Von der Bundesregierung hätte er sich dagegen mehr Mut gewünscht. Sie fordert er auch auf, die Bürger beim Klimaschutz mitzunehmen, statt zu überfordern.

Eon-Chef Johannes Teyssen hat die Bundesregierung aufgefordert, die Verbraucher beim Klimaschutz nicht zu überfordern. "Klimapolitik darf den Verbraucher nicht überfordern, sondern muss ihn mitnehmen", sagte er der "Rheinischen Post". Deshalb sollte die Bundesregierung die EEG-Umlage und die Stromsteuer streichen. "Strom muss für alle billiger werden", forderte Teyssen.

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Fossile Energienutzungen müssten "überall einen Preis bekommen, grüner Strom hingegen muss dafür für die Menschen billiger werden", sagte der Konzernchef weiter. Die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Bepreisung gehe in die richtige Richtung. "Noch mehr Mut hätten wir auch begrüßt."

Lobend äußerte sich Teyssen zu dem Plan von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Dies sei "extrem herausfordernd, aber technisch grundsätzlich machbar". Von der Leyens Plan sei "sinnstiftend ambitioniert", man müsse sich ehrgeizige Ziele setzen.

"Atomkraft ist durch"

Eine Rückkehr Deutschlands zur klimafreundlichen Atomkraft schloss der Eon-Chef aus. "Das Thema Atomkraft ist durch, eine Rückkehr würde nur frühere Konflikte in der Gesellschaft neu entfachen." Zugleich hob er hervor, "natürlich hätten wir im Rückblick besser erst Kohlekraftwerke abschalten sollen und erst danach die Atomkraftwerke". Doch die Politik habe anders entschieden.

Der geplante Stellenabbau im Zuge der Integration von Innogy könnte laut Teyssen geringer ausfallen als angekündigt. Es bleibe bei dem Ziel, bis 2022 Synergien von 600 bis 800 Millionen Euro zu realisieren und vor diesem Hintergrund "bis zu 5000 Stellen" abzubauen. "Es kann sein, dass wir am Ende mit einem geringeren Abbau auskommen, das würde mich freuen", sagte der Eon-Chef. Nach aktuellem Erkenntnisstand sollten in Essen und Dortmund jeweils 800 Stellen wegfallen.

Aufteilung des Marktes

Eon hatte Innogy Mitte September übernommen, indem die bislang von RWE gehaltenen Anteile von rund 76,8 Prozent auf ihn übergingen. Eon und RWE hatten im März 2018 Pläne für ihre Neuausrichtung auf dem deutschen Energiemarkt bekanntgegeben. So soll Eon in erster Linie zum Strom- und Gaslieferanten werden und RWE vor allem zum Stromproduzenten und Großhändler.

Bei der Abarbeitung der Kartellauflagen kommt Eon nach den Worten Teyssens gut voran. Die größten Auflagen seien der Verkauf des tschechischen Strom- und Gaskundengeschäfts von Innogy sowie des Geschäfts mit Heizstromkunden in Deutschland. "Für beide Geschäfte haben wir mehrere attraktive Angebote bekommen, die wir nun prüfen", sagte der Eon-Vorstandschef.

Quelle: ntv.de, chr/AFP