Wirtschaft

Kaution von drei Millionen Euro Ex-Audi-Manager darf U-Haft verlassen

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Der ehemalige Audi-Manager Wolfgang Hatz.

(Foto: picture alliance / Daniel Maurer)

Wolfgang Hatz ist einer der 20 Audi-Mitarbeiter gegen die die Justiz im Abgasskandal ermittelt. Seit September sitzt er wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Nun kommt er vorläufig frei. Allerdings nur unter Auflagen.

Der frühere Audi-Manager Wolfgang Hatz kommt aus der Untersuchungshaft frei. Der Haftbefehl werde gegen eine Kaution von drei Millionen Euro außer Vollzug gesetzt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München. Das habe das Oberlandesgericht München entschieden.

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Hatz ist Ex-Chef der Audi-Motorenentwicklung und war bis zum Bekanntwerden des Dieselskandals Vorstandsmitglied beim Autobauer Porsche. Wie sein Anwalt Peter Gauweiler sagte, musste der 59-Jährige nicht nur die Kaution hinterlegen, sondern auch seinen Ausweis abgeben. Der ehemalige Manager war seit Ende September wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft und hatte dagegen schon erfolglos Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingelegt.

Gauweiler betonte, sein Mandant habe die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stets bestritten. "Es ist aus einer Reihe von Gründen dringend geboten gewesen, dass das Oberlandesgericht den Haftbefehl nun außer Vollzug setzt". Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, darf der Manager Deutschland nicht verlassen und auch keinen Kontakt zu anderen Zeugen oder Beschuldigten aufnehmen. Dazu zählt etwa der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn.

Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler bleibt indes weiter in Untersuchungshaft. Seine Vernehmung soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Es steht der Vorwurf im Raum, dass der Spitzenmanager Einfluss auf Zeugenaussagen seiner Untergebenen zum Dieselskandal nehmen wollte. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte im Laufe der Ermittlungen sowohl die Unternehmenszentrale als auch Stadlers Wohnhaus durchsucht.

Zuvor war ein weiterer verhafteter Ingenieur aus der Motorenentwicklung, bei dem die Justiz wegen seiner italienischen Staatsangehörigkeit Fluchtgefahr befürchtete, bereits gegen eine Kaution wieder auf freien Fuß gekommen. Insgesamt sind 20 aktuelle und frühere Mitarbeiter der Ingolstädter Volkswagen-Tochter im Visier der Strafverfolger. Es geht um den Verdacht, dass bei Audi Abgaswerte von Dieselmotoren manipuliert wurden, um gesetzliche Vorgaben zu umgehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs, strafbarer Werbung und Urkundenfälschung.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP/rts