Wirtschaft

Proteste wegen geplantem Werk Fans und Gegner von Tesla fetzen sich

In Grünheide bei Berlin will Tesla schon bald eine Fabrik und dann Autos bauen. In der kleinen Gemeinde stößt das auf geteilte Meinungen. Die einen begrüßen die Pläne von Unternehmenschef Elon Musk, die anderen wollen das Werk verhindern. Bei einer Demo geraten beide Seiten aneinander.

Gegen die geplante Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla haben in der Brandenburger Gemeinde Grünheide in der Nähe von Berlin nach Polizeiangaben rund 200 Menschen demonstriert. Mit Plakaten auf denen stand: "Keine Großfabrik im Wald" und "Geheim verhandelt - Umwelt verschandelt" protestierten die Bürger gegen die Rodung des Waldes für das große Gelände, auf dem die Fabrik gebaut werden soll.

An einer weiteren Demo für die Tesla-Ansiedlung nahmen dagegen circa 30 Menschen teil, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Nach Angaben der Veranstalter waren es rund 50 Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern. Auf Transparenten stand "Elon, ich möchte ein Auto von Dir" oder "Gestalten statt verhindern." Einige Bewohner aus Grünheide waren mit ihren Tesla-Fahrzeugen gekommen.

Als ein Zug von Tesla-Gegnern an den Befürwortern vorbeilief, kam es kurzzeitig zu verbalen Auseinandersetzungen. Beide Seiten beschimpften sich gegenseitig. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Die Lage beruhigte sich anschließend wieder. Auch in den kommenden Tagen wollen die Tesla-Gegner ihre Proteste fortsetzen, unter anderem mit einem Waldspaziergang. Von den Befürwortern hieß es hingegen, die Demonstration für Tesla sei eine einmalige Aktion gewesen, die ein Zeichen setzen sollte, dass Menschen im Ort den Autobauer willkommen heißen.

Polnische Arbeiter gesucht?

Tesla
Tesla 347,45

Gerade erst hat Tesla für Aufregung mit einer Stellenanzeige für die neue Personalabteilung im Brandenburger Werk gesorgt. Gesucht wird ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin mit fließenden Deutsch-, Englisch- sowie Polnischkenntnissen. Viele vermuten deshalb, dass Tesla auch polnische Mitarbeiter anstellen will. Das Nachbarland ist rund 60 Kilometer entfernt und es liegt nahe, dass sich der Konzern auch jenseits der Grenze nach Fachkräften umsieht. Ebenfalls letzte Woche hat das Unternehmen ein Informationsbüro in Grünheide eröffnet, um auf Fragen von Bürgern zu reagieren. Zuvor hatte es eine Demonstration gegen die geplante Ansiedlung auf dem Gebiet der Gemeinde gegeben.

Tesla will in der Fabrik bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle pro Jahr bauen, zunächst sollen es etwa 150.000 Fahrzeuge pro Jahr sein. Der Tesla-Vorstand hat den Kaufvertrag mit dem Land bisher noch nicht unterschrieben. Wirtschaftsminister Steinbach sagte, dies solle laut Tesla bis Ende dieser Woche geschehen. Er rechnet damit, dass das Gelände nach Abschluss der Rodung von zunächst 90 Hektar Kiefernwald Mitte März für den Bau vorbereitet sei. Das gut 300 Hektar große Gelände wird derzeit auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa