Wirtschaft

Bei Ausfall wegen Corona Fluglinien wollen Ticketpreis erstatten

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Lufthansa, Easyjet und Co. wollen ihre Fluggäste in Zukunft auch besser über ihre Rechte informieren.

(Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Während der Corona-Pandemie werden viele Flüge gestrichen. Wie Airlines damit umgehen, ärgert viele Kunden. Einigen wird ein Gutschein statt Erstattung des Ticketpreises angeboten, andere warten noch immer auf Rückzahlung. Nun einigen sich 16 Fluggesellschaften auf ein einfacheres Vorgehen.

Eine Reihe europäischer Fluggesellschaften wollen ihren Kunden die während der Coronavirus-Pandemie ausgefallenen Flüge erstatten. Dies sagten 16 Unternehmen nach Gesprächen mit der EU-Kommission zu und versprachen zudem, ihre Passagiere in Zukunft besser über ihre Rechte aufzuklären. Demnach sollen Passagiere für ausgefallene Flüge künftig nur dann mit Gutscheinen abgefunden werden, wenn sie dies auch wollen. Zu den Fluglinien zählen unter anderem Lufthansa, Air France-KLM, British Airways, Easyjet, Ryanair, TAP und Wizz Air.

"In der frühen Phase der Pandemie haben manche Airlines Passagiere dazu gedrängt, Gutscheine anzunehmen", erklärte Justiz-Kommissar Didier Reynders. Damit hätten sie gegen den Verbraucherschutz in der EU verstoßen. Eigentlich ist der Verbraucherschutz Aufgabe nationaler Behörden in den Mitgliedsländern. Durch ein EU-Gesetz ist aber ein Netzwerk geschaffen worden, damit die nationalen Behörden abstimmen können.

"Fluglinien haben europäische Verbraucherrechte während der Pandemie im großen Maßstab gebrochen", sagte die Generaldirektorin des europäischen Verbraucherverbandes CEUC, Monique Goyens. "Viele Verbraucher in ganz Europa warten immer noch darauf, dass ihnen ihr Geld zurückgezahlt wird."

Im Corona-Jahr 2020 hatten die Beschwerden von Verbrauchern zu Flugreisen ein Rekordhoch erreicht. Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zählte laut Redaktionsnetzwerk Deutschland in diesem Bereich 34.652 Beschwerden - 60 Prozent mehr als im Jahr davor. Größtenteils ging es demnach um die Erstattung von Kosten für annullierte Flüge, die infolge der Pandemie ausfielen.

Der SÖP zufolge drängten Fluggesellschaften zum Teil zum Tausch der Tickets gegen Gutscheine, während die Kunden auf Geldzahlung bestanden. Vielfach sei auch die Erstattung des Ticketpreises zugesagt worden, doch eine Überweisung des Geldbetrags sei ausgeblieben.

Quelle: ntv.de, chf/rts/AFP

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