Wirtschaft

Gespräche am Anfang Ford erwägt wohl Werksverkauf im Saarland an BYD

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Von den 4500 Beschäftigten in Saarlouis hat angeblich nur knapp jeder siebte eine Zukunft bei Ford.

(Foto: picture alliance / BeckerBredel)

Einen Tag nach den bekanntgewordenen massiven Stellenstreichungen bei Ford berichten Insider, dass der Autobauer den Verkauf seines Werkes in Saarlouis prüft. Unter den Interessenten soll auch der chinesische E-Autobauer BYD sein. Es droht ein weiterer Job-Kahlschlag.

Der Autokonzern Ford verhandelt mit dem chinesischen Elektroautohersteller BYD über den Verkauf eines Autowerks in Deutschland. Vertreter des Managements von Ford in Deutschland planten kommende Woche eine Reise nach China, um über eine mögliche Veräußerung des Werks in Saarlouis zu verhandeln, sagten Insider. In Saarlouis stellt Ford derzeit sein Kompaktmodell Focus her, die Fertigung soll 2025 auslaufen. Nach Angaben des Betriebsrats sollen von den derzeit 4500 Arbeitsplätzen nur etwa 500 bis 700 bei Ford erhalten bleiben.

Die Gespräche befänden sich in einem vorläufigen Stadium. Es sei auch möglich, dass es keine Einigung zwischen Ford und BYD geben werde. Ford prüfe auch das Interesse von etwa 15 potenziellen Investoren. Diese reichten von Herstellern wie BYD bis hin zu Finanzinvestoren, die sich möglicherweise mit einem Hersteller zusammentun könnten, so die Informanten. Ein Vertreter von Ford lehnte eine Stellungnahme ab, bei BYD war ein Vertreter nicht zu erreichen.

Ford zückt in Europa den Rotstift

Ford strukturiert sich auf dem Weg zum reinen E-Autohersteller in Europa derzeit um. Am Vortag hatte die IG Metall mitgeteilt, dass der Konzern in Europa bis zu 3200 Stellen streichen könnte. Betroffen seien bis zu zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Entwicklung, insgesamt gehe es hier um 2500 Jobs, sagte Gewerkschaftsvertreter Paul Hecker. Dazu komme im schlimmsten Fall etwa jeder fünfte Job in der Administration, insgesamt 700 Stellen. Die meisten Arbeitsplätze fielen in Deutschland weg. Das Unternehmen selbst habe noch keine genauen Zahlen vorgelegt.

Bei Betriebsversammlungen waren die insgesamt 14.000 Mitarbeiter in Köln, darunter auch die 3800 Beschäftigten im Entwicklungszentrum im benachbarten Merkenich, über die Pläne des Unternehmens informiert worden. Unter anderem sollen der IG Metall zufolge Entwicklungstätigkeiten in die USA verlagert werden.

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Das Unternehmen verwies auf eine Erklärung vom Freitag. Darin hieß es, dass Ford zur Produktion von Elektroautos in Europa stehe und nichts weiteres zu Spekulationen über eine mögliche Umstrukturierung sage. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, sein Werk in Köln für zwei Milliarden Dollar zu einem europäischen Zentrum für Elektroautos umzubauen.

Der Konzern aus Detroit arbeitet dabei mit Volkswagen zusammen; beide Unternehmen hatten im Sommer 2019 eine Allianz zu Elektroautos vereinbart. Ford bringt dabei ein Fahrzeug auf Basis der von VW entwickelten Elektroplattform MEB für den europäischen Markt auf den Weg.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts

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