Wirtschaft

Gewinn fließt in WachstumFresenius hebt Prognose an - Biopharma-Geschäft boomt

05.08.2026, 14:11 Uhr
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Fresenius schlägt die Markterwartungen. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Fresenius verdient im Frühjahr deutlich mehr Geld. Grund sind glänzende Geschäfte mit Nachahmerpräparaten sowie solide Zahlen der Krankenhaustochter Helios. Die Aktionäre durch Kurspflege will das Unternehmen nicht beglücken.

Der Gesundheitskonzern Fresenius hebt nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose an. Das währungsbereinigte Kern-Ergebnis je Aktie soll nun um 10 bis 15 Prozent steigen, teilte das Unternehmen in Bad Homburg mit. Das Umsatzziel beließ der Vorstand dagegen bei einem organischen Wachstum von vier bis sieben Prozent.

Im zweiten Quartal legte der Konzernumsatz auf Jahressicht organisch um sechs Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg um zehn Prozent auf 719 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt deutlich weniger erwartet. Unter dem Strich kletterte das Konzernergebnis um 14 Prozent auf 470 Millionen. Der überproportionale Gewinnanstieg resultiert laut Vorstandschef Michael Sen aus Marktanteilsgewinnen in margenstarken Geschäften sowie niedrigeren Zinsaufwendungen infolge des Schuldenabbaus.

Wachstumstreiber war das Biopharma-Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Nachahmerpräparaten (Biosimilars), das organisch um 38 Prozent wuchs. Für diesen Bereich stellte Sen im laufenden Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro in Aussicht. Das klassische Pharma-Geschäft der Sparte Kabi verbuchte dagegen einen Ergebnisrückgang von 13 Prozent. Dieser sei auf Investitionen in die Modernisierung von Produktionsanlagen in den USA sowie auf den dortigen Preisdruck zurückzuführen.

Die Krankenhaustochter Helios verzeichnete derweil ein organisches Umsatzplus von fünf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis der Klinik-Sparte kletterte um zehn Prozent auf 374 Millionen Euro. Getragen wurde das Wachstum von steigenden Fallzahlen und positiven Preiseffekten in Deutschland und Spanien sowie einem Rechnungszuschlag für gesetzlich versicherte Patienten im Heimatmarkt.

Die verbesserte Finanzkraft will Fresenius vor allem in Wachstum investieren. Aktienrückkäufe stünden auf der Prioritätenliste weit hinten, sagte Sen. Stattdessen soll Geld in Forschung und Entwicklung, Kapazitätserweiterungen, Einlizenzierungen und Partnerschaften fließen. Auch Übernahmen schloss er nicht aus.

Gelassen zeigte sich der Vorstand mit Blick auf mögliche US-Strafzölle auf Generika, die Präsident Donald Trump angekündigt hatte. Die US-Regierung setze zugleich Anreize für eine Produktion im eigenen Land. Fresenius sei hier im Vorteil, da inzwischen 72 Prozent der in den USA verkauften Produkte dort hergestellt würden. Dieser Anteil sei zuletzt durch den Ausbau regionaler Lieferketten gestiegen. Auf eine vollständige Produktion in den USA werde der Konzern aber voraussichtlich nicht umstellen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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