Wirtschaft

Transport muss profitabel werdenGDL prangert massiven Personalabbau bei DB Cargo an

11.02.2026, 19:51 Uhr
00:00 / 03:01
Schienengueterverkehr-Gueterverkehr-Gueterzug-Gueterwaggons-Gueterwaggon-Guetertransport-im-Rangierbahnhof-Muenchen-Nord-in-Mooasach
DB Cargo transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger Güter. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Wegen EU-Vorgaben muss die krisengeplagte DB Cargo bis Jahresende profitabel werden. Der neue Chef der Logistiktochter der Deutschen Bahn arbeitet momentan an einem Sanierungskonzept. Die Lokführergewerkschaft GDL wirft ihm vor, tausende Stellen abbauen zu wollen.

Die Deutsche Bahn plant nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL einen massiven Stellenabbau bei der krisengeplagten Frachttochter DB Cargo. "Es gab hier schon einen radikalen Personalabbau, und die neue Botschaft ist, noch einmal 8000 Stellen abbauen zu wollen", sagte GDL-Chef Mario Reiß in Berlin zu Journalisten. Das Unternehmen könne nicht mit Zugeständnissen der GDL in den laufenden Bahn-Tarifverhandlungen gerettet werden.

Der neue Cargo-Chef Bernhard Osburg feilt derzeit am Sanierungskonzept. Dieses dürfte auch einen Stellenabbau umfassen. Die Dimension ist aber noch offen. Ein Sprecher der Bahn sagte auf Anfrage, die Größenordnung von 8000 Stellen sei falsch. "Der Entwurf eines tragfähigen Sanierungsgutachtens für die DB Cargo ist derzeit in der Entscheidungsphase." Zunächst müssten Vorstand und Aufsichtsrat von Tochter und Holding sowie der Bund als Eigentümer darüber beraten und einen Beschluss fassen. "Danach beginnen Verhandlungen mit der Interessenvertretung zur konkreten Umsetzung. Diesen Schritten können wir nicht vorgreifen."

DB Cargo hatte Ende 2024 knapp 17.000 Mitarbeiter. Die Zahl dürfte 2025 aber um einige Tausend gesunken sein. Details werden mit dem Geschäftsbericht für 2025 erwartet. Die Bahn bietet Cargo-Mitarbeitern in der Regel einen anderen Job innerhalb des Konzerns an. Osburg hatte kurz vor Weihnachten gesagt, mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman habe ein externer und unabhängiger Gutachter bestätigt, dass die vorläufigen Pläne des Managements in die richtige Richtung gingen. Unter diesen Bedingungen sei die Wende möglich.

Auf Druck der EU-Kommission, die übermäßige staatliche Subventionen verhindern soll, ist DB Cargo verpflichtet, bis Ende 2026 profitabel zu werden. Denn der Mutterkonzern darf die Verluste der Tochter nicht mehr ausgleichen.

Die Frachtsparte der Bahn transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger Güter, der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der operative Verlust verbesserte sich auf 96 Millionen Euro. Im Güterbereich machen Konkurrenten der Bahn bereits rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland aus.

Quelle: ntv.de, gri/rts

GDLStellenabbauTarifverhandlungenLogistikUmsatzprognoseSubventionenDeutsche Bahn