Wirtschaft

"Ich glaube an Opel" GM-Chefin Barra hat eine Mission

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Die neueste Generation des Kompaktwagens Opel Astra.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mary Barra, die Chefin des drittgrößten Autobauers der Welt, meldet sich mit einem klaren Bekenntnis zu Opel zu Wort. Barras Messlatte hängt hoch: Noch fährt die deutsche Tochter von GM Verluste ein.

Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat nach den Worten seiner Chefin Mary Barra ehrgeizige Pläne mit seiner deutschen Marke Opel. "Unser Ziel ist ganz klar: Jedes Segment in jedem wichtigen Land, in dem wir arbeiten, wollen wir am Ende auch anführen", sagte Barra in einem Interview der "Bild am Sonntag". "Das ist die Mission, auf der wir uns befinden. Und dabei kann es uns nicht schnell genug gehen", sagte sie auf die Frage, wie lange es dauern werde, bis Opel in Deutschland zum Marktführer Volkswagen aufschließe.

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Mary Barra (53) ist ein "Konzern-Urgestein".

(Foto: REUTERS)

Zur Zukunft des immer noch verlustbringenden deutschen Autobauers sagte Barra: "Ich glaube an die Marke." Auf die Frage, welche deutsche Marke sie sich aussuchen würde, wenn sie die freie Wahl hätte, sagte Barra: "Opel. Es war Opel und es ist Opel."

Der neue Stern am Opel-Himmel

Hoffnung setzt die GM-Tochter insbesondere auf das neue Modell seines Verkaufsschlagers Astra, der auf der in kommenden Woche beginnenden weltweit wichtigsten Automesse IAA in Frankfurt Premiere feiern soll. Mit Blick auf die neuen Wettbewerber wie Google und Apple sagte Barra, deren Auftritt zeige, "in welch atemberaubenden Tempo Technologie das Auto erobert".

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General Motors (GM) 18,04

In einigen Fällen arbeite man sogar mit Apple und Google zusammen. Allerdings äußerte sie sich gelassen über die Konkurrenzsituation: "Wissen Sie, Telefone unterscheiden sich doch recht stark von Fahrzeugen. Für viele ist das Auto ein Statement." Design und Funktion müssten zum Lebensstil passen. "Darum denke ich, dass es nicht einfach ein Universalauto geben kann, welches all diese verschiedenen Bedürfnisse erfüllt."

Von rot zu hellrot

Opel ist zuletzt auf dem Weg aus der Verlustzone einen großen Schritt vorangekommen. Trotz des Rückzugs aus Russland hat die GM-Europatochter im Frühjahr deutlich weniger Geld verloren als im Vorjahr. Die operativen Verluste im Europageschäft von General Motors (GM) sanken im zweiten Quartal auf 45 Millionen Dollar (knapp 41 Mio Euro) nach rund 305 Millionen Dollar im Frühjahr 2014, wie GM Ende Juli in Detroit berichtete. "Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für 2016 zu erreichen", hatte Barra zur Vorlage der Halbjahreszahlen gesagt. Für Opel bedeutet das: Im kommenden Jahr wird wieder Geld verdient.

Die 53-jährige Barra ist bereits ein "Urgestein" im Konzern. Mit 18 Jahren begann ihre Karriere im Unternehmen, ihr Vater arbeitete damals als Schlosser bei der Automarke Pontiac, die nach der Insolvenz von General Motors im Jahr 2009 eingestellt wurde.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa