Wirtschaft

5,6 Milliarden Kubikmeter Gas Gazprom plant Nord-Stream-2-Start im Herbst

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Der russische Staatskonzern will bis Ende des Jahres 5,6 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Ostseepipeline pumpen.

(Foto: REUTERS)

Beim Treffen zwischen Kanzlerin Merkel und dem russischen Präsidenten Putin steht morgen auch die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 auf der Agenda. Der Staatskonzern Gazprom macht dabei bereits Nägel mit Köpfen: Noch in diesem Jahr soll das erste Gas fließen.

Der russische Staatskonzern Gazprom will noch dieses Jahr 5,6 Milliarden Kubikmeter Gas über die fast fertiggestellte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 nach Deutschland transportieren. Das Unternehmen teilte mit, über die bereits existierende Pipeline Nord Stream seien in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres 33,7 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland gepumpt worden. Die zu 99 Prozent fertigstellte Nord Stream 2 soll zusammen mit der bereits betriebenen Nord Stream eine Transportkapazität von 110 Milliarden Kubikmeter pro Jahr haben.

Nach früheren Angaben des Betreibers, der Nord Stream 2 AG, sollen die Verlegearbeiten Ende August abgeschlossen werden. Einen genauen Termin, wann die beinahe fertiggestellte Pipeline in Betrieb geht, gibt es aber noch nicht. Sie soll russisches Gas nach Deutschland bringen. Nach der Ankündigung von Gazprom sei der Gaspreis gefallen, meldete die russische Agentur Interfax. Nord Stream 2 verläuft von Wyborg in Russland durch die Ostsee bis nach Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Merkel rechnet mit weiteren Protesten Kiews

Am Freitag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin auch über das international umstrittene Projekt sprechen. Die USA und europäische Staaten werfen der Bundesregierung vor, die Abhängigkeit von russischen Gas-Lieferungen in Kauf zu nehmen. Zudem werde die Position der Ukraine gegenüber Russland geschwächt. Bislang ist die Ukraine das wichtigste Transitland für die Gaslieferungen nach Europa.

Vor Merkels Reise nach Moskau betonte Regierungssprecher Steffen Seibert, die Kanzlerin stelle sich auf weitere Kritik Kiews am Thema Nord Stream 2 ein. "Wir nehmen die Sorgen der ukrainischen Seite sehr ernst", unterstrich Seibert. Deutschland werde auch weiterhin dafür eintreten, dass die Ukraine Transitland für russisches Gas bleibt. Die Bundesregierung warnte Moskau mehrfach, die Pipeline nicht als Druckmittel gegen die Ukraine zu nutzen.

Die USA hatten unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump versucht, die Pipeline mit massiven Sanktionsdrohungen zu stoppen. Zur Beilegung des Streits wurde zwischen Berlin und der neuen US-Regierung unter Präsident Joe Biden zuletzt vereinbart, dass der Gastransit durch die Ukraine um bis zu zehn Jahre verlängert werden soll.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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