Wirtschaft

Blockiert russischer Staat? Gazprom zahlt keine Dividende - Aktie stürzt ab

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Die Aktie verlor innerhalb kürzester Zeit mehr als 30 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Der Gazprom-Vorstand stellt eine Rekorddividende in Aussicht. Doch nun gehen die Aktionäre sogar leer aus: Auf der Hauptversammlung kassieren die Eigner den Plan. Bei der Zahl der Gegenstimmen zeigt sich eine auffällige Parallele zum russischen Staat. Die Aktie rauscht ab.

Der russische Energieriese Gazprom zahlt für das vergangene Jahr überraschend keine Dividende und ist an der Börse dadurch abgestürzt. "Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll ist, Dividenden auf das Ergebnis von 2021 auszuzahlen", teilte Gazprom-Vizechef Famil Sadygow über den Telegram-Kanal des Staatskonzerns mit. Für Gazprom seien die Realisierung des Investitionsprogramms mit dem Anschluss der russischen Regionen ans Gasnetz sowie die erhöhten Steuerforderungen der Regierung vorrangig.

Der Konzern bedient seine Aktionäre zum ersten Mal seit 1998 nicht. Dabei hatte der Gazprom-Vorstand zuvor noch angesichts des hohen Gewinns im Vorjahr eine Rekorddividende von 52,53 Rubel pro Aktie (entspricht derzeit etwa einem Euro) angesetzt. Auf der Hauptversammlung wurde dieser Vorschlag zur Gewinnausschüttung jedoch von den Eignern abgelehnt. Die Anzahl der Gegenstimmen entspricht dabei in etwa der Anzahl der Aktien, die der russische Staat am Konzern hält. Die Prämien für den Vorstand wurden hingegen mit etwa gleicher Stimmenzahl gebilligt.

2021 erzielte Gazprom dank kräftig gestiegener Preise für Öl und Gas einen Rekordgewinn von 2,09 Billionen Rubel (rund 27,5 Milliarden Euro). Der Konzern teilte mit, weder die Pläne der G7-Staaten zur Begrenzung der Gaspreise noch die geringeren Gaslieferungen nach Europa würden seine Einnahmen und Steuerzahlungen reduzieren.

Anleger reagieren geschockt

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Kleinaktionäre reagierten auf die unerwartete Dividendenstreichung mit erheblichen Verkäufen. Die Aktie verlor innerhalb kürzester Zeit mehr als 30 Prozent an Wert. Die Dividende sei einer der wichtigsten Faktoren für die Attraktivität der Aktie gewesen, hieß es. "Der Verzicht auf die Dividendenzahlung für 2021 nimmt den Investoren nicht nur die Möglichkeit, Auszahlungen für 2021 zu fordern, sondern schafft auch Risiken für zukünftige Dividendenzahlungen", das sei ein sehr negativer Faktor, kommentierte die russische Investmentbank BKS.

Der Entschluss von Gazprom kommt, nachdem die G7-Staaten angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine in den vergangenen Tagen angekündigt hatten, mögliche Preisobergrenzen für russisches Öl und Gas zu prüfen. Damit sollten die Möglichkeiten der russischen Regierung zur Finanzierung ihrer Invasion in der Ukraine eingeschränkt werden. Russland drohte daraufhin mit einer Änderung der Gas-Lieferverträge.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/rts

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