Wirtschaft

VW-Übernahmeschlacht Gericht erörtert Piëchs Doppelrolle

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Ferdinand Piëch mit seinem Cousin Wolfgang Porsche.

(Foto: dpa)

Drei Wochen lang tobte ein Machtkampf in der VW-Spitze, an dessen Ende Konzernpatriarch Piëch zurücktrat. Für diesen Vorgang gilt sein Verhältnis zu den Porsche-Verwandten als ein Schlüssel. Auch vor Gericht ist das aktuell ein Thema.

Die juristischen Altlasten des Übernahmekampfs von Porsche und Volkswagen haben vor Gericht die Rolle des früheren VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch in den Fokus gerückt. Der damalige Chefjurist der Porsche-Holding PSE sagte vor dem Landgericht Hannover über die heiße Phase der Übernahmeschlacht Ende 2008: "Ich weiß aus diversen Gesprächen mit den Vorständen der PSE, Wendelin Wiedeking und Holger Härter, dass Zweifel daran bestanden, ob Professor Piëch auf Porsche-Linie war."

Der VW-Patriarch und Großaktionär hatte damals eine Aufsichtsrats-Doppelrolle bei der PSE und bei Volkswagen. Er gilt als eine zentrale Klammer der Vorgänge. Der Zeuge begründete seine Aussage damit, dass "am 12. September 2008 im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung der Volkswagen AG Professor Piëch es ermöglichte, dass Beschlüsse gefasst wurden, die nicht im Sinne von Porsche waren".

Im damaligen Ringen um den Einstieg der PSE bei Volkswagen fehlte der VW-Chefaufseher Piëch bei einer entscheidenden Sitzung des Kontrollgremiums und verhalf der Arbeitnehmerseite mit seiner fehlenden Stimme so zu einem wichtigen Etappensieg. Piëch fiel Porsche damit in den Rücken. Sein Cousin Wolfgang Porsche - Chef des Aufsichtsrates bei der PSE - zeigte sich damals fassungslos. Der PS-Clan Piëch/Porsche besitzt die PSE und ist VW-Großeigner.

Noch immer im PSE-Aufsichtsrat

Der 78-jährige Piëch war Ende April nach einem Machtkampf in der VW-Spitze von allen Ämtern im VW-Konzern zurückgetreten. Piëch sitzt aber auch noch heute im Aufsichtsrat der PSE. Für kommenden Mittwoch ist die Hauptversammlung der Porsche-Holding angesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass Aufsichtsratsmitglied Piëch teilnimmt.

Der Prozess in Hannover dreht sich um knapp zwei Milliarden Euro Schadenersatz, den Investoren einfordern. In dem Fall geht es um die Informationspolitik beim Aufbau der VW-Beteiligung, bei der es anfangs hieß, die PSE strebe nicht nach der Macht bei den Wolfsburgern. Am 26. Oktober 2008 teilte die PSE das Gegenteil mit.

Weil die weiteren stimmberechtigten Volkswagen-Stammaktien damals schon knapp waren - auch weil die PSE sich Optionen darauf gesichert hatte -, explodierte der Kurs. Investoren verloren dabei viel Geld mit Kurswetten und klagen nun in diversen Prozessen. Zudem müssen sich Wiedeking und Härter in Stuttgart auch strafrechtlich verantworten.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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