Mögliches Tech-IPO als Alibaba-Kurstreiber
Ein potenzieller Börsengang von Alibabas T-Head könnte erheblichen Wert für das Chip-Geschäft des Technologie-Konzerns freisetzen, so die Analysten von Nomura nach Medienberichten über die Pläne für eine Börsennotierung. T-Head sei neben Kunlunxin von Baidu und Cambricon Technologies einer der führenden chinesischen Chip-Entwickler, merken die Analysten an. Nomura schätzt die kombinierte Bewertung des Cloud-Geschäfts von Baidu und Kunlunxin auf 63 Milliarden US-Dollar, was dem 9,4-fachen des kombinierten geschätzten Umsatzes für 2027 entspreche. Die Analysten meinen, AliCloud, zu der auch T-Head gehört, sollte mindestens das gleiche Multiple wie das Pendant von Baidu verdienen. Nomura belässt die Einstufung für Alibaba auf "Buy" und erhöht das Kursziel für die ADRs von 193,00 auf 237,00 US-Dollar. Die Aktie schloss zuletzt bei 173,23 US-Dollar.
US-Eskalation lässt Dollar abstürzen
Mit einem zurückhaltenden Start in die neue Handelswoche rechnen Händler. Die Börsen warten auf den Beginn der Berichtssaison in Europa und die Ergebnisse der US-Notenbank-Sitzung am Mittwoch. Dazu schaut man mit Sorge auf den Goldpreis. Sein Anstieg über 5.000 Dollar wird nicht gefeiert, sondern als Krisen-Indikator und Flucht aus dem US-Dollar gewertet. Die Eskalation in den USA, mit der erneuten Tötung eines US-Bürgers durch die Einwanderungsbehörde ICE, beunruhigen.
Die innenpolitische Tragweite macht auch der Wirtschaft Sorgen: Am Wochenende forderten mehr als 60 CEOs von Firmen in Minnesota eine Deeskalation, darunter Cargill, Target und Unitedhealth.
Dazu nimmt Trump wieder seine unberechenbare Drohpolitik gegen Kanada auf. Wegen positiver Import-Konditionen für chinesische Autos bedroht er den Nachbarn mit Zöllen von 100 Prozent. Die US-Politik hatte beim US-Dollar in der Vorwoche zur schwächsten Handelswoche seit acht Monaten geführt. Die Reputation der US-Währung ist seit der Grönland-Debatte massiv angeschlagen. "Wir sehen ein Muster, wo die Politik, wann immer sie sich bewegt, den Spielraum der politischen Optionen auf eine Art erweitert, die disruptiv ist. Die Marktreaktion ist dann, den Dollar zu verkaufen", sagt Steve Englander, Leiter des Devisen-Research bei Standard Chartered Bank. Aktuell gibt der Dollar-Index um weitere 0,5 Prozent nach.
Investoren wägen bei Ölpreisen ab
Die Ölpreise zeigen sich zunächst kaum verändert. Händler wiegen Sorgen über die Versorgungssicherheit wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran gegen Anzeichen für ein Überangebot im laufenden Jahr ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stagniert bei 65,86 Dollar. Die US-Sorte WTI notiert kaum verändert bei 61,05 Dollar.
Viele deutsche Firmen sind für Kriegsfall schlecht gerüstet
Viele Unternehmen in Deutschland sind dem IW-Institut zufolge möglicherweise nicht ausreichend auf einen Spannungs- und Verteidigungsfall vorbereitet. "Gesamtverteidigung und Abschreckung gegenüber Russland kann nicht allein militärisch gedacht werden, sondern erfordert die systematische Einbindung der Wirtschaft", berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Die IW-Fachleute stützen sich demnach unter anderem auf eine repräsentative Befragung von mehr als 1000 Firmen – mit gemischtem Ergebnis: 86 Prozent geben an, sich bereits wirksam gegen Cyberattacken zu schützen. Gegen Desinformation, Sabotage und Spionage habe die Mehrheit ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Umgekehrt sind nur gut drei Prozent der Firmen für einen Materialausfall gerüstet, bei der Notfallplanung für größeren Personalausfall liegt die Quote bei vier Prozent. Sogenannte Vorhalteverträge gibt es laut Studie bei knapp fünf Prozent. Für Infrastrukturmängel und -engpässe im Ernstfall sehen sich 24 Prozent gerüstet; weitere 17 Prozent wollen nachlegen.
Geopolitik belastet Asien-Börsen
An den asiatischen Aktienmärkten geht es überwiegend nach unten. Vor allem der Nikkei in Tokio und der Kospi in Seoul leiden unter Gewinnmitnahmen und geben deutlicher nach. An den chinesischen Börsen tendieren die Indizes knapp behauptet. Die Stimmung bleibt gedrückt, laut Marktteilnehmern wegen der geopolitischen Risiken und der US-Handelspolitik. Die US-Regierung hat nun Kanada mit einem Zoll von 100 Prozent gedroht, falls das Land wie beabsichtigt ein Handelsabkommen mit China schließt. Auch die US-Index-Futures geben angesichts der allgemeinen Verunsicherung nach. Die Märkte der Stunde bleiben die Edelmetalle: Die Feinunze Gold steigt erstmals über die Marke von 5.000 Dollar hinweg auf 5.059 Dollar, und die Feinunze Silber legt um mehr als 3,4 Prozent zu auf knapp 107 Dollar.
Daneben warten die Märkte auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Von ihr werden zwar überwiegend unveränderte Geldmarktsätze erwartet, der Blick richtet sich aber auf Aussagen zur künftigen Geldpolitik. Und schließlich könnte der Fortgang der Berichtssaison die Stimmung weiter beeinflussen.
Der Hang-Seng-Index in Hongkong fällt um 0,2 Prozent. Trotzdem dürfte der Aktienmarkt in Hongkong sein starkes Momentum auch im Jahr 2026 beibehalten, wie die Analysten von HSBC kommentieren. Der Markt habe seit 2017 "seine beste Rally erlebt", und dies dürfte sich 2026 angesichts der sich verbessernden Gewinne fortsetzen, so die Analysten.
Kanadas neue U-Boot-Flotte: TKMS bekommt Konkurrenz
Südkorea hat für einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag eine hochrangige Delegation nach Kanada entsandt. Der Stabschef des südkoreanischen Präsidenten, Kang Hoon-sik, reise gemeinsam mit Industrieminister Kim Jung-kwan sowie Vertretern der Konzerne Hyundai Motor, Hanwha und HD Hyundai Heavy Industries nach Kanada, sagte er. Angesichts des Wettbewerbs mit der "Produktions-Supermacht" Deutschland seien die Aussichten nicht unbedingt einfach, sagte Kang vor Reportern. "Ich hoffe, dass die hervorragende Leistung unserer U-Boote sowie das Engagement der Regierung für den Ausbau der industriellen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern direkt vermittelt werden kann", sagte Kang.
Südkorea konkurriert mit dem deutschen Rüstungskonzern TKMS um das kanadische Projekt für eine neue U-Boot-Flotte. Branchenkennern zufolge hat der Auftrag einen Wert von mehr als zwölf Milliarden Dollar. TKMS-Chef Oliver Burkhard hatte vergangene Woche der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, das deutsche Unternehmen sei in Gesprächen mit norwegischen und deutschen Firmen, um Kanada ein milliardenschweres Investitionspaket anzubieten. Der südkoreanische Hanwha-Konzern hatte seinerseits am Freitag erklärt, er wolle bis 2040 eine große Zahl von Arbeitsplätzen in Kanada schaffen. Für Südkorea hätte der Auftrag Kang zufolge einen gesamtwirtschaftlichen Wert von mehr als 40 Billionen Won - rund 27,62 Milliarden Dollar - und würde 20.000 Arbeitsplätze schaffen.
Produktion für Nvidia: Samsung will zu Rivalen aufschließen
Samsung Electronics will einem Insider zufolge im kommenden Monat mit der Produktion seiner Speicherchips der nächsten Generation (HBM4) beginnen und diese an den US-Konzern Nvidia liefern. Damit will der südkoreanische Konzern zu seinem heimischen Rivalen SK Hynix aufschließen, der als Hauptlieferant für die in der Künstlichen Intelligenz (KI) entscheidenden Chips gilt. Die südkoreanische Zeitung "Korea Economic Daily" berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, Samsung habe die Qualifikationstests für Nvidia und AMD bestanden. Die Samsung-Aktie legte daraufhin um 2,2 Prozent zu, während die Papiere von SK Hynix um 2,9 Prozent nachgaben. Nvidia benötigt die HBM4-Chips für seine kommende Chip-Plattform "Vera Rubin".
"Alle flüchten in Gold als einzige Alternative"
Der starke Yen belastet die Börse in Tokio. Der Nikkei-Index gibt 1,9 Prozent auf 52.804,51 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notiert 2,1 Prozent niedriger bei 3554,86 Zählern. Die chinesischen Börsen zeigen sich hingegen leicht im Plus. Der Shanghai Composite gewinnt 0,1 Prozent auf 4141,01 Stellen, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen legt um 0,3 Prozent auf 4715,12 Punkte zu.
Händler verweisen auf die Sorgen vor einer Intervention der japanischen Notenbank Bank of Japan (BOJ), um die Währung zu stützen. Ein stärkerer Yen schmälert die Auslandseinnahmen der stark exportorientierten japanischen Wirtschaft. "Das Interventionsrisiko bleibt bestehen, und die Aussichten sind unklar", sagt die Strategin Maki Sawada von Nomura Securities. "Für Händler ist es in diesem Umfeld schwierig, Positionen einzugehen." Zu den größten Verlierern zählen die Aktien von exportorientierten Unternehmen wie Toyota und Honda, die jeweils mehr als drei Prozent nachgeben.
Zusätzliche Nervosität verursachen geopolitische Unsicherheiten. Die Verhängung weiterer Sanktionen gegen den Iran durch die US-Regierung sowie neue Zolldrohungen von Präsident Donald Trump treiben Anleger in als sicher geltende Häfen wie Gold. Der Goldpreis springr auf ein neues Rekordhoch von über 5000 Dollar je Feinunze. "Die Regierung Trump hat einen dauerhaften Bruch mit der bisherigen Vorgehensweise verursacht, und deshalb flüchten jetzt alle in Gold als einzige Alternative", sagt Kyle Rodda, Marktanalyst bei Capital.com.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt steht der Yen im Fokus. Spekulationen über eine mögliche Intervention der japanischen Notenbank geben der Währung Auftrieb. Der Dollar verbilligt sich im Gegenzug um ein Prozent auf 154,20 Yen. Der Euro legt um 0,3 Prozent auf 1,1862 Dollar zu. Anleger blicken zudem auf die im Wochenverlauf anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed.
Goldpreis schreibt Geschichte
Der Goldpreis ist um 0,75 Prozent auf ein Rekordhoch von 5019,85 Dollar je Feinunze Gold gestiegen. Anleger flüchteten angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen in das als sicherer Hafen geltende Edelmetall. Zunehmende Spannungen zwischen den USA und der Nato wegen Grönland haben die Rally in diesem Jahr weiter angeheizt.
Bereits im Jahr 2025 hatte sich Gold um 64 Prozent verteuert. Gestützt wurde der Preis von einer lockeren US-Geldpolitik, der Nachfrage von Zentralbanken und Rekordzuflüssen in börsengehandelte Fonds (ETF). China hatte seine Goldkäufe im Dezember den 14. Monat in Folge fortgesetzt. "Unsere Prognose für das Jahr ist, dass Gold einen Höchststand von 6400 Dollar je Feinunze bei einem Durchschnitt von 5375 Dollar erreichen wird", sagte der unabhängige Analyst Ross Norman.
"Keine Entwarnung": Trump, die Fed und SAP
Der weitere geldpolitische Kurs der US-Notenbank könnte in dieser Woche für den Dax zum Zünglein an der Waage werden. Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed bei der nächsten Zinsentscheidung am Mittwoch ihre Lockerungspolitik fortsetzen wird. Sie erhoffen sich aber neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden.
Die Federal Reserve hatte den Leitzins im Dezember um einen Viertelprozentpunkt auf die aktuelle Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt und dies vor allem mit dem schwachen Jobmarkt begründet. Seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr fordert US-Präsident Donald Trump von der Fed deutliche Zinssenkungen. Er wirft der Notenbank vor, mit ihrer Politik die Wirtschaft zu bremsen. Wiederholt hat Trump über eine Entlassung Powells spekuliert. Powells Amtszeit als Fed-Chef endet im Mai. Er war 2018 von Trump berufen worden. Laut US-Finanzminister Scott Bessent könnte der US-Präsident bereits in dieser Woche eine Entscheidung über den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank treffen.
Die Anleger blicken zugleich weiterhin auf die Entwicklungen im Streit um Grönland. Dieser setzte die Börsen zuletzt unter Druck: Am Freitag hatte der Dax mit 24.901 Punkten geschlossen und damit fast zwei Prozent unter dem Vorwochenschluss. "Zwar beruhigte sich die Lage zuletzt, da der US-Präsident beim Wirtschaftsforum in Davos von seinen Androhungen bezüglich Grönlands sowie den Strafzöllen wieder abrückte. Nach einhelliger Meinung kann jedoch keine Entwarnung gegeben werden", so die Experten der Helaba.
Auf der Unternehmensseite läutet Europas größter Softwarekonzern SAP am Donnerstag mit seinen Geschäftszahlen für 2025 die heiße Phase der deutschen Bilanzsaison ein. In den USA geht die Bilanzflut weiter. Erwartet werden am Dienstag unter anderem die Zahlen von General Motors, Texas Instruments, UnitedHealth und Boeing. Am Mittwoch folgen die mit Spannung erwarteten Zahlen von Microsoft, Meta und Tesla. Am Donnerstag gewähren unter anderem Apple, Visa und Mastercard und Lockheed Martin einen Blick in ihre Bücher. Am Freitag stehen die Bilanzen von Chevron, Exxon Mobil, Colgate-Palmolive und Verizon an.
Die Konjunkturdatenwoche eröffnet aber heute der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt. Analysten sagen für Januar einen leichten Anstieg des Barometers voraus.